KNE-Fachkonferenz

Vogelschutz an Windenergieanlagen
Detektionssysteme als Chance für einen naturverträglichen Windenergieausbau?

Das KNE hatte am 15. und 16. Mai 2019 zur KNE-Fachkonferenz „Vogelschutz an Windenergieanlagen“ nach Kassel eingeladen. Über 200 Teilnehmende aller Akteursgruppen des naturverträglichen Windenergieausbaus kamen zusammen, um sich über den aktuellen Wissensstand zum Thema Detektionssysteme zur Verminderung von Vogelkollisionen an Windenergieanlagen durch eine bedarfsgerechte Betriebsregulierung auszutauschen.

Neueste Erkenntnisse zu Technischen Systemen

Die Beiträge zu laufenden Erprobungsvorhaben von Kamera- und Radarsystemen am ersten Konferenztag stellten umfassend die unterschiedlichen Verfahren, Fortschritte der Technologien und neueste Erkenntnisse im Zuge der Systemerprobungen dar. Zu den jeweiligen Detektionssystemen konnten sich die Teilnehmenden in den Pausen zudem im Rahmen einer Ausstellung von den Systemherstellern selbst im Detail informieren lassen. Auch die persönlichen Einschätzungen der Teilnehmenden zur Thematik waren gefragt. In einem Stationenparcours wurden unter anderem folgende Fragen gestellt: Sehen Sie mehr Chancen oder mehr Risiken beim Einsatz Technischer Systeme? In welchen konkreten Anwendungsfällen können Sie sich den Einsatz Technischer Systeme vorstellen?

Negative Auswirkungen von Windenergieanlagen minimieren

Der zweite Konferenztag startete mit einem Vortrag von Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: „Der Klimawandel und seine Folgen tragen maßgeblich zum Artensterben bei. Windenergie ist damit nicht als Problemursache, sondern als Problemlöser zu bewerten. Wir brauchen mehr erneuerbare Energien, müssen aber auch ihre Risiken für bestimmte Tiere berücksichtigen und Lösungen für ein Miteinander von Artenschutz und klimafreundlicher Energieerzeugung finden. Deshalb prüft das Land Hessen umfassend die Gebiete, die für Windenergieanalgen in Frage kommen. Auch

technische Möglichkeiten können helfen, negative Auswirkungen von Windenergieanlagen zu minimieren“, sagte die Staatssekretärin.

Naturschutz und Energiewende sind möglich

In der abschließenden Podiumsrunde wurde noch einmal der verbleibende Diskussionsbedarf deutlich. Vertreter und Vertreterinnen der Politik, der Wirtschaft, der behördlichen Praxis und des Naturschutzes erörterten den Bedarf an weitergehenden technischen Vermeidungslösungen und einer Identifizierung sinnvoller Anwendungsfelder. Trotz der unterschiedlichen Blickwinkel und Anliegen bestand Einigkeit darüber, dass Naturschutz und Energiewende möglich sind, wenn die Anstrengungen aller gebündelt werden.

Die Fachkonferenz zeigte, dass die Systemhersteller im Bereich der Vogelerkennung auf einem guten Weg sind. Nun gilt es, die Technologien an weiteren unterschiedlichen Standorten zu erproben und neben den Einsatzmöglichkeiten und Potenzialen auch die Grenzen des Systemeinsatzes auszuloten. Das KNE wird diese Thematik weiter begleiten und steht allen Akteuren für Anfragen zur Verfügung.

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Das Programm

Die Tagungsdokumentation wird im August hier zu finden sein.

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