Aktuelles aus Bund, Ländern und Verbänden
Bund
Monitoringbericht 21. Legislaturperiode: Ganzheitlicher Ansatz für Energiewende gefordert
Der Monitoringbericht zum Start der 21. Legislaturperiode vom BMWE betont die Wechselwirkungen zwischen zentralen Themenfeldern der Energiewirtschaft und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung. Politische Entscheidungen über Handlungsoptionen können gegenläufige Effekte auf Ziele wie Kosteneffizienz oder Versorgungssicherheit haben, weshalb quantitative Gesamtsystemanalysen erforderlich sind. Der Bericht empfiehlt eine Weiterentwicklung der Systementwicklungsstrategie (SES 2.0) mit höherer Verbindlichkeit, konsistenter Kostenbewertung und Durchgängigkeit bis auf die lokale Planungsebene. Zentrale Ergebnisse sind der weiterhin hohe Bedarf am Ausbau Erneuerbarer Energien und Netze, die Bedeutung von Flexibilitäten und Digitalisierung zur Senkung der Systemkosten sowie die Rolle von Wasserstoff für die Treibhausgasneutralität. Gleichzeitig werden politische Handlungsbedarfe in Bezug auf Bezahlbarkeit, Finanzierung und Investitionsanreize identifiziert, die in vertieften Analysen weiter untersucht werden sollten.
Bayern
Agri-Photovoltaik: Kirschbäume unter Solardächern in der Fränkischen Schweiz
Im Obstinformationszentrum Fränkische Schweiz in Hiltpoltstein startet ein bayernweit einzigartiges Agri-Photovoltaik-Projekt. Auf rund 300 Quadratmetern wachsen Kirschbäume unter einer Dachkonstruktion mit Solarmodulen, die in vier Metern Höhe installiert sind. Ziel ist es, die Bäume vor Extremwetter wie Starkregen, Hitze und Frost zu schützen und zugleich Solarstrom zu erzeugen. Das Projekt wird gemeinsam mit einem PV-Anlagenbauer aus dem Landkreis Günzburg umgesetzt. Die Anlage soll die Erntequalität verbessern, indem sie Witterungseinflüsse abmildert, während der erzeugte Strom über Speicher vollständig für die Betriebsgebäude genutzt wird. In den kommenden Jahren wird das Wachstum der 36 Kirschbäume der Sorten Regina und Kordia dokumentiert, um das Potenzial der Technologie für die Region zu prüfen.
Verbände & Vereine
Deutschland treibt EU-Windenergie-Ausbau an
Der europäische Branchenverband Wind Europe meldet für das erste Halbjahr 2025 einen geringeren als erwarteten Zuwachs bei der Windenergieleistung in Europa. Von Januar bis Juni wurden 6,8 Gigawatt neue Kapazitäten installiert, davon 5,3 GW in Ländern der Europäischen Union, überwiegend an Land. Insgesamt verfügt Europa nun über 291 GW an Land und 37 GW auf See. Der Verband warnt, das Tempo reiche nicht aus, um die EU-Sicherheits- und Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Positiv hervorgehoben wird Deutschland, das mit knapp 2,2 GW neu installierter Leistung den Ausbau anführt. Die konsequente Umsetzung der EU-Genehmigungsregeln habe 2024 ein Rekordvolumen von 15 GW an Land genehmigter Projekte ermöglicht, das 2025 übertroffen werden könnte. In Deutschland erfolgt die Genehmigung innerhalb von 18 Monaten, wie von der EU-Richtlinie RED III vorgegeben. Spanien folgt mit 889 Megawatt auf Platz zwei, während Großbritannien den Offshore-Ausbau anführt.
Photovoltaik-Freiflächenanlagen: Ausbau erreicht neue Spitzenwerte
Der Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich an Tempo gewonnen. Auf Basis der im Marktstammdatenregister (MaStR) erfassten Daten zeigt die Fachagentur Windenergie an Land und Solar (FAWS), dass PV-Freiflächenanlagen mit rund 6,3 Gigawatt (GW) neu installierter Leistung im Jahr 2024 maßgeblich zum Rekordzubau von insgesamt mehr als 17,2 GW beigetragen haben. Für 2025 deutet sich ein hohes Ausbautempo an. Bayern verfügt über die mit Abstand höchste installierte PV-FFA-Leistung und trug im ersten Halbjahr 2025 allein 37 Prozent zum bundesweiten Zubau (über 1,1 GW) bei. Auf den weiteren Plätzen folgen Baden-Württemberg, Sachsen und Brandenburg. Besonders starke Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen Mecklenburg-Vorpommern (+259 %), Sachsen-Anhalt (+144 %) und Brandenburg (+70 %). Die Daten werden regelmäßig aktualisiert, nachträgliche Eintragungen und Korrekturen fließen fortlaufend in die Auswertungen ein.