KNE legt aktualisierte Übersicht technischer Systeme zur Vermeidung von potenziellen Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel vor - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende KNE legt aktualisierte Übersicht technischer Systeme zur Vermeidung von potenziellen Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel vor - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende

Berlin, 28. Juli 2020

KNE legt aktualisierte Übersicht technischer Systeme zur Vermeidung von potenziellen Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel vor

Technische Detektionssysteme sollen automatisch erkennen, wenn kollisionsgefährdete Vogelarten einer Windenergieanlage gefährlich nahe kommen und eine Abschaltung der Anlage auslösen, um das Kollisionsrisiko zu vermindern. Jetzt hat das KNE eine aktuelle Übersicht der auf dem Markt bzw. in Entwicklung befindlichen Detektionssysteme veröffentlicht.

In den letzten Jahren wurden erhebliche Fortschritte hin zu einer sicheren Erkennung der Vogelart und Erfassung und Dokumentation der Position und Flugrichtung gemacht. Auch zeichnet sich ein Konsens über die Mindestanforderungen an einzelne Faktoren ab, die für die Wirksamkeit von Systemen ausschlaggebend sind. Für die Erkennung einzelner mittelgroßer bis großer Vögel wie etwa dem Rotmilan, Seeadler oder Schwarzstorch kommen (Stereo-)Kamerasysteme oder Radarsysteme in Frage. Einige Systeme kombinieren auch beide Technologien.

Die tabellarische Übersicht über die Systeme wurde gegenüber dem Stand vom 31. Januar 2018 aktualisiert und erweitert, ohne dabei Vollständigkeit zu beanspruchen. Der Fokus liegt auf Detektionssystemen, die dem Schutz tagaktiver Brutvögel dienen und eine ereignisbezogene Abschaltung vorsehen. Mit der Synopse tragen wir zur Verbreitung des Kenntnisstandes über die Technologieentwicklung bei. Interessierte können sich ein Bild über den erreichten Stand machen.

Der Einsatz technischer Systeme kommt insbesondere dann in Betracht, wenn angesichts der zunehmenden Verknappung konfliktarmer Flächen Lösungen benötigt werden, die einerseits für die Genehmigungsfähigkeit und andererseits für einen sicheren Schutz kollisionsgefährdeter Arten sorgen können.

Allerdings können auch technische Systeme, sollten sie einmal als geeignete und wirksame Schutzmaßnahme anerkannt sein, eine sorgfältige Standortwahl nicht ersetzen. Trotz technischer Lösungen können sich Standorte aus artenschutzrechtlichen Gründen als für die Windenergienutzung ungeeignet bzw. nicht genehmigungsfähig erweisen. Auch die Frage, unter welchen Voraussetzungen die Anlagen unter einem bedarfsgerechten Abschaltregime wirtschaftlich betrieben werden können, ist noch zu klären. Dennoch sind Einsatzbereiche vorstellbar, in denen technische Systeme eine sinnvolle Lösung darstellen.

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