"Rotmilan - Land zum Leben" - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende "Rotmilan - Land zum Leben" - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende

Berlin, 22. Oktober 2019

"Rotmilan - Land zum Leben"

Der Deutsche Verband für Landespflege lud zur Abschlussveranstaltung des sechsjährigen Projektes "Rotmilan - Land zum Leben" in die Räume der VKU in Berlin ein. Das KNE informierte sich vor Ort über die Ergebnisse und tauschte sich mit den Teilnehmenden intensiv aus. Bausteine des Projektes waren die Kartierung des Brutbestands und Bruterfolgs in den insgesamt neun Projektregionen (insgesamt 1.500 Bruten), die fachliche Beratung von Landwirten (4.000 Beratungsgespräche), die rotmilan-freundliche Bewirtschaftung von 13.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen und die Evaluation der Maßnahmen auf ihre Effekte auf den Brutbestand und Fortpflanzungserfolg.

Von den bestandswirksamen Einflussfaktoren für den Rotmilan fokussierte das Vorhaben auf die Bereiche Nahrungsangebot, Störungen und die Prädation (Waschbär). Hier lagen entsprechend auch die Schwerpunkte praktischer Maßnahmen.

Die präsentierten Ergebnisse zeigen, dass eine Verbesserung der Nahrungsverfügbarkeit durch Mahd und die Anlage von Brach- und Blühflächen gelingt und diese nicht nur zu einer höheren Beutedichte führt, sondern auch zu einem verbesserten Nahrungserwerb und letztlich auch auf den Bruterfolg hat. Schutzmanschetten zum Abhalten von Waschbären haben ebenfalls einen positiven Effekt. Dieser ist jedoch im Vergleich mit anderen Faktoren für den Bruterfolg beim Rotmilan in der Regel weniger bedeutsam als zum Beispiel die Entfernung zum nächsten Revierpaar.

Der ebenfalls bestandsrelevante Faktor "anthropogene Verlustursachen" (also auch die Windenergie) war im Projekt explizit nicht adressiert. Dennoch traf Professor Dr. Franz Bairlein vom Institut für Vogelforschung, Vogelwarte Helgoland, auf Nachfrage einer Bürgerin die Aussage, dass seiner Einschätzung nach, der Faktor "Landschaft", also ein "intakter Lebensraum" für den Bestandserhalt des Rotmilans letztlich sehr viel bedeutsamer sei, als die Windenergie als Verlustursache.

Das Vorhaben wurde im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt von 2011 finanziert. Koordiniert wird das Vorhaben vom Deutschen Verband für Landschaftspflege und wissenschaftlich begleitet vom Dachverband Deutscher Avifaunisten.

Bild von Peter Hoare auf Pixabay.

Rotmilan von Peter Hoare_Pixabay