Neue Methode zur Bewertung der Empfindlichkeit des Landschaftsbildes - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende Neue Methode zur Bewertung der Empfindlichkeit des Landschaftsbildes - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende

Berlin, 23. August 2020

KNE-Lesetipp

Empfindlichkeitsbewertung durch GIS-basierte Einsehbarkeitsanalysen

Titel: Fischer, C., Roth, M. (2020): Empfindlichkeit des Landschaftsbildes. Bewertung durch großräumige Einsehbarkeitsanalysen.

Der Ausbau von Windenergie und Freileitungen geht mit Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes einher. Aufgrund fehlender valider, praktikabler und in der Praxis anerkannter Bewertungsmethoden wird der Schutz des Landschaftsbildes in Planungen oft vernachlässigt.

Am Beispiel von Thüringen entwickeln die Autoren eine Methode, mit der eine bessere Grundlage für die Beurteilung von Beeinträchtigungen für das Landschaftsbild geschaffen werden kann. Für gleichmäßig im Untersuchungsraum verteilte Betrachterstandpunkte wird die Sichtbarkeitshäufigkeit von fiktiven Masten in einem bestimmten im Umkreis (10 km) ermittelt. Dazu wird ein Geoinformationssystem (GIS) eingesetzt. Die Einsehbarkeit wird dann aus der Sichtbarkeitshäufigkeit abgeleitet und klassifiziert. Die Ergebnisse werden mittels Fotoaufnahmen verschiedener Thüringer Landschaften validiert.

Damit die Ergebnisse der Einsehbarkeitsanalyse als Planungsgrundlage dienen können, müssen sie mit der Bedeutung und der Vorbelastung des Landschaftsbildes verschnitten werden. Erst dann lässt sich die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes bewerten. Anschließend können Vorhabenstandorte bezüglich ihres landschaftsbildbezogenen Konfliktrisikos im Rahmen der Alternativenprüfung miteinander verglichen und Eignungs- und Meideräume definiert werden. Der Umstand, dass die visuelle Wirkung von Objekten mit zunehmender Entfernung abnimmt, bleibt in der Methode bislang unberücksichtigt.

Die von Fischer und Roth entwickelte Methode leistet aus unserer Sicht einen interessanten Beitrag zur methodischen Qualifizierung von Landschaftsbildbewertungen. Die Berücksichtigung landschaftsästhetischer Aspekte ist zudem entscheidend für die Akzeptanz dieser Vorhaben im Kontext der Energiewende. Der im Artikel beschriebene Ansatz könnte einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Schutzgutes Landschaftsbild leisten, wenn er denn in Planungs- und Abstimmungsprozessen für Windenergieanlagen und Freileitungen einbezogen würde.

Quelle: Fischer, C., Roth, M. (2020): Empfindlichkeit des Landschaftsbildes. Bewertung durch großräumige Einsehbarkeitsanalysen. Naturschutz und Landschaftsplanung 52 (06), S. 280-287. (nicht frei verfügbar)

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