Evidenzbasierter Fledermausschutz an Windenergieanlagen - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende Evidenzbasierter Fledermausschutz an Windenergieanlagen - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende

Berlin, 29. und 30. März 2019

Evidenzbasierter Fledermausschutz an Windenergieanlagen

Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Forschung, Behörden, Planungs- und Gutachterbüros, Naturschutzverbänden und der Windenergiebranche tauschten sich vom 29. bis 31. März auf der Konferenz „Evidenzbasierter Fledermausschutz an Windkraftanlagen“ am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin aus. In 20 Vorträgen und zwölf Posterbeiträgen wurden der aktuelle Stand des Wissens sowie neueste Forschungsergebnisse in diesem Themenbereich vorgestellt und diskutiert.

Die Themen reichten von großen Windenenergieanlagen (WEA) bis hin zu Kleinwindenergieanlagen (KWEA), von Wald- und Offenlandstandorten. Die Vorträge vermittelten artspezifisches Wissen zu Verhaltensweisen und Gefährdungen von Fledermäusen, methodische Empfehlungen für die Erfassung und die fachliche Bewertung, zu Verminderungsmaßnahmen und zu aktuellen rechtlichen Fragestellungen. Zudem wurden neue beziehungsweise erweiterte Ansätze und Technologien sowie offene Fragestellungen und der weitere Forschungsbedarf präsentiert und diskutiert. In den Pausen, der Pasta-Poster-Party am Freitagabend und dem Bankett am Samstagabend gab es zahlreich Gelegenheit, sich weiter austauschen und vernetzen.

Dr. Mathis Danelzik stellte zusätzlich zur Posterdarstellung den KNE-Fachdialog „Qualitätssicherung von Fledermausgutachten für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen“ im Plenum vor. Es gab zahlreiche Anfragen, die Ergebnisse des Dialogs zu übermitteln.

Nach dem fachwissenschaftlich angelegten Programm der ersten beiden Tage thematisierte das, von Dr. Elke Bruns moderierte Symposium am Sonntag stärker politische und strategische Themen. In Impulsvorträgen näherten sich Prof. Dr. Hans-Werner Sinn (ehemals Ifo-Institut), Prof. Dr. Christina von Haaren (Universität Hannover), Christian Unselt (NABU Deutschland), Prof. Dr. Johann Köppel (TU Berlin) sowie PD Dr. Christian Voigt (IZW) sich von unterschiedlichen thematischen Seiten der Frage „Wie lösbar ist der Konflikt zwischen Artenschutz und Energiewende?“. Die eingebrachten – zum Teil sehr gegensätzlichen – Inhalte und Positionen wurden anschließend auf dem Podium mit den Tagungsteilnehmenden weiter diskutiert.

Der Tagung vorausgegangen waren zwei kleinere Experten-Workshops zu Fledermäusen und WEA, an denen Holger Ohlenburg für das KNE teilnahm. In einem neuen DBU-Forschungsvorhaben unter Leitung des IZW Berlin sollen von 2019 bis 2021 durch eine Besenderung von Großen Abendseglern mit kleinen GPS-Loggern Kenntnisse zu anziehend wirkenden Faktoren von WEA gewonnen werden. Daraus sollen dann entsprechende Abhilfemaßnahmen für die besonders von Kollisionen an WEA betroffene Fledermausart abgeleitet werden. Der zweite Workshop fand am 28. März in Leipzig statt. Hier wurden die Forschungsergebnisse von Worst-case-Untersuchungen zu KWEA und Fledermäusen an sechs Standorten in Süddeutschland vorgestellt und diskutiert.

Dr. Elke Bruns moderiert das Symposium.