Etwas tun gegen die Biodiversitätskrise - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende Etwas tun gegen die Biodiversitätskrise - Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende

Berlin, 14. und 15. Januar 2021

Etwas tun gegen die Biodiversitätskrise

Die biologische Vielfalt geht weltweit mit enormer Geschwindigkeit zurück, auch in Deutschland. Hierzulande sind laut der Roten Liste ein Drittel der Arten vom Aussterben bedroht. Die „BMBF-Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA)“ will dieser Entwicklung entgegenwirken.

Auf der Online-Kick-Off-Konferenz der „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt – innovative Ansätze zum Schutz unserer Lebensgrundlage“ (FEdA) am 14. und 15. Januar 2021 stellte sich die FEda der Öffentlichkeit vor. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung koordiniert.

Ziel der Forschungsinitiative ist es,

  1. die biologische Vielfalt effizienter zu erfassen,
  2. Ursachen, Dynamiken und Folgen der Biodiversitätsveränderungen zu analysieren und
  3. auf dieser Grundlage Systemlösungen und Maßnahmenportfolien zu entwickeln.

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass nur durch eine gesamtgesellschaftliche Transformation und eine Veränderung des Wertesystems und der Lebensweise die dringend nötige Trendwende in der Biodiversitätsentwicklung herbeizuführen ist. Es wurden zudem die ersten Projekte des Förderprogrammes der FEdA „Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ (BiodiWert) vorgestellt. Sie sollen den Wert der Biodiversität messbar zu machen und dadurch dazu beitragen, dass die Auswirkungen von Handlungen und Vorhaben auf die Biodiversität in allen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen berücksichtigt werden.

Für das KNE nahm Natalie Arnold, Referentin für naturverträgliche Solarenergie, teil. Das KNE teilt die Einschätzung der FEdA-Initiatoren, dass besonders artenreiche Tiergruppen wie die Wirbellosen, aber auch die direkten und indirekten Treiber für den Verlust der Biodiversität, unzureichend erforscht sind. Zudem fehlen, insbesondere für das Monitoring, einheitliche Standards zur Erfassung der Biodiversität. Aus Sicht des KNE bietet die Forschungsinitiative die Möglichkeit, den potenziellen Beitrag von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie zum Erhalt oder zur Förderung der Artenvielfalt weiter zu untersuchen.

Auch die EU-Kommission betonte in ihrer Mitteilung bezüglich der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030, dass “eine nachhaltigere Nutzung erneuerbarer Energien […] für die Bekämpfung des Klimawandels und des Verlusts an biologischer Vielfalt wesentlich” ist (Europäische Kommission 2020, S. 12). Wie das aktuelle Förderprogramm BiodiWert zeigt, ist die Voraussetzung für die Steigerung der Biodiversität allerdings eine hohe Wertschätzung dieser. Dies bedeutet, dass es eines politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Anreizes für die Projektierer bedarf, damit sie die ökologischen Potenziale ihrer Flächen ausreizen.

Quelle: Europäische Kommission (2020): Mitteilung der Kommission an das europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. EU-Biodiversitätsstrategie für 2030. Mehr Raum für die Natur in unserem Leben. Link zum Dokument  (letzter Zugriff: 18.01.2021)

Blumenwiese_von_alsterkoralle-Pixabay