Beurteilung des einzelfallbezogenen Kollisionsrisikos für Vögel an WEA nach Sprötge et al.

Berlin, 18. Juni 2020

Beurteilung des einzelfallbezogenen Kollisionsrisikos für Vögel an Windenergieanlagen nach Sprötge et al.

Derzeit wird sowohl auf Bundesebene als auch auf Ebene der Länder in Politik- und Fachkreisen diskutiert, wie die Signifikanz von Kollisionsrisiken für Vögel an Windenergieanlagen (WEA) zukünftig rechtssicher und praktikabel erfasst und bewertet werden kann.

Die Autoren Sprötge, Sellmann und Reichenbach (2018)* haben einen Ansatz für die einzelfallbezogene Signifikanzbewertung auf der Grundlage von Abstandsempfehlungen und Raumnutzungsanalysen entwickelt. Dabei achteten die Autoren auf eine enge Verknüpfung mit der Rechtsprechung zur Signifikanzbewertung. Die Vorgaben aus der Rechtsprechung wurden mit einer in sich stimmigen Bewertungsmethodik untersetzt.

Über die Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen und die Entwicklung eines Prüf- und Bewertungsansatzes für die Signifikanz stellen die Autoren umfangreiche artspezifische Informationen und Hinweise zum Umgang mit dem Kollisionsrisiko der besonders relevanten Vogelarten zusammen.

Das KNE hat eine Kurzfassung des Bewertungsansatzes erstellt und ordnet ihn in den aktuellen Kontext der Fachdiskussion ein.

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* Sprötge, Martin; Sellmann, Elke und Reichenbach, Marc (2018): Windkraft Vögel Artenschutz. Ein Beitrag zu den rechtlichen und fachlichen Anforderungen in der Genehmigungspraxis. Books on demand, Norderstedt. 229 S.

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Klimaschutz und Artenschutz bei der Errichtung von Windenergieanlagen

Berlin, 16. Juni 2020

KNE-Lesetipp

Klimaschutz und Artenschutz bei der Errichtung von Windenergieanlagen

Titel: Prof. Dr. Martin Schulte und Dr. Martina Wohlan (2020): Das Spannungsverhältnis der umweltrechtlichen Aspekte Klimaschutz und Artenschutz bei der Errichtung von Windenergieanlagen: Lösungsansätze für die Praxis.

Der Artikel untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Klimaschutz und Artenschutz auf unterschiedlichen Regelungsebenen. Beginnend mit dem Europarecht über das deutsche Grundgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz bis in das verwaltungsrechtliche Genehmigungsverfahren wird der Frage nachgegangen, ob entweder dem Klimaschutz oder dem Artenschutz im Fall eines Zielkonfliktes ein ausschlaggebendes Gewicht einzuräumen ist. Neben der Analyse bietet der Artikel erste Lösungsansätze für die behördliche Genehmigungspraxis, um das Spannungsgefüge, gerade im Hinblick auf den Ausbau der Windenergie, aufzulösen.

Eingangs beleuchtet der Artikel den Konflikt zwischen Klima- und Artenschutz beim Ausbau der Windenergie und stellt daran anknüpfend die primärrechtlichen Vorgaben und, mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie, auch eine sekundärrechtliche Vorgabe dar. Es wird deutlich, dass die mitgliedstaatlichen Verpflichtungen im Bereich des Ausbaus der erneuerbaren Energien einen erheblichen Zuwachs, insbesondere an Windenergieanlagen, erfordern. Vor diesem Hintergrund erörtern die Autoren, ob aus den europäischen Vorgaben ein Rangverhältnis von Klima- und Artenschutz ableitbar ist, welches sich auf mitgliederstaatlicher Ebene fortsetzt.

Die aktuelle Diskussion um mögliche Lösungsansätze, die einerseits der Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts genügen und andererseits den Ausbau der Windenergie voranbringen, wird mit der Befassung mit einer „Technischen Anleitung-Artenschutz“ (TA-Artenschutz) und deren klaren Ablehnung knappgehalten. Für das bestehende Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen an Land werden die Einfallstore einer möglichen Abwägung je nach Fallkonstellation (mit oder ohne Umweltverträglichkeitsprüfung, als immissionsschutz- oder bauplanungsrechtliches, im voll- oder vereinfachten Verfahren) aufgeführt.

Fazit:

Bemerkenswert an diesem Artikel ist, dass sich die Autoren dezidiert mit den europäischen Vorgaben in den Bereichen Klimaschutz und Artenschutz auseinandersetzen. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die europäischen Vorgaben das Recht der Mitgliedstaaten deutlich vorprägen nur folgerichtig. Dennoch werden insbesondere die primärrechtlichen Vorgaben des europäischen Rechts in der aktuellen Debatte um den Ausbau der Windenergie und die entstehenden Konflikte mit dem Artenschutzrecht bisher weitestgehend ausgespart.

Quelle: Schulte, M., Wohlan, M. (2020): Das Spannungsverhältnis der umweltrechtlichen Aspekte Klimaschutz und Artenschutz bei der Errichtung von Windenergieanlagen. Zeitschrift für Immissionsschutzrecht und Emissionshandel (I + E) 10 (Heft 1). S. 19–30.

Link zum Artikel „Das Spannungsverhältnis der umweltrechtlichen Aspekte Klimaschutz und Artenschutz bei der Errichtung von Windenergieanlagen: Lösungsansätze für die Praxis“.
(Nicht frei verfügbar)

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Übersicht zu artenschutzrechtlichen Erlassen und Leitfäden der Länder

Berlin, 8. Juni 2020

Übersicht zu artenschutzrechtlichen Erlassen und Leitfäden der Länder

Das KNE hat eine Übersicht erstellt, die den aktuellen Stand der Erlasse und Leitfäden der Länder zu Artenschutz und Windenergie darstellt.

Die Länder erstellen in Form von Erlassen und Leitfäden landesspezifische Handreichungen zu Artenschutz und Windenergie. Diese Handreichungen sind sowohl für die zuständigen Behörden als auch für die Projektierer und die Gutachterbüros wichtige Orientierungshilfen zum Umgang mit artenschutzrechtlichen Anforderungen bei der Planung und Genehmigung von Windenergievorhaben.

Um neue Erkenntnisse aus der Forschung, Praxis und Rechtsprechung berücksichtigen zu können, ist es sinnvoll die Handreichungen in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren und fortzuschreiben. Gegenwärtig laufen in mehreren Ländern Prozesse zu Fortschreibungen, in weiteren sind diese geplant.

Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert werden. Diesbezügliche Hinweise können Sie gerne an das KNE richten.

Das Wichtigste in Kürze und die Übersicht finden Sie auch HIER.

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Referent Wissensrespons, Fledermausschutz
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Diskussion beim Runden Tisch Recht der FA Wind zu aktuellen Urteilen

Berlin, 27. Mai 2020

Diskussion beim Runden Tisch Recht der FA Wind zu aktuellen Urteilen

Am 27. Mai fand der Runde Tisch Windenergie und Recht der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) statt. Auch dieses Mal wurden aktuelle Gerichtsurteile aus dem Bereich des Ausbaus der Windenergie an Land besprochen.

Besonders hinweisen möchten wir auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts (VG) Gießen, Urteil vom 22. Januar 2020 – 1 K 6019/18.Gl zur Frage von Ausnahmegenehmigungen für Windenergieanlagen.

Das VG Gießen hat im besprochenen Fall eine Genehmigung aufgrund der Verletzung des Tötungsverbotes nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) aufgehoben und argumentiert, dass auch eine Ausnahme zur Herstellung der Genehmigungsfähigkeit nicht erteilt werden könne. Das Gericht meint, dass für den Bau von Windenergieanlagen im vorliegenden Fall kein Ausnahmegrund in Betracht käme, da der Ausnahmegrund des § 45 Abs. 7 S. 1 Nr. 5 BNatSchG (zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses) nicht auf europäische Vogelarten anwendbar sei und der Ausnahmegrund § 45 Abs. 7 S. 1 Nr. 4 BNatSchG (öffentliche Sicherheit) nicht für den Bau einzelner Windenergieanlagen bemüht werden könne.

Die Teilnehmenden des Runden Tischs waren sich einig: Die Entscheidung des VG Gießen könnte einen Dämpfer für den weiteren Ausbau der Windenergie bedeuten, wenn, wie dies in einigen Ländern anklingt, die Ausnahme im Genehmigungsverfahren stärker genutzt werden soll.

Die Berufungsentscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel wird daher mit Spannung erwartet und insbesondere, ob er hier selbst eine Entscheidung darüber trifft, ob der Ausnahmegrund § 45 Abs. 7 S. 1 Nr. 5 BNatSchG auf europäische Vogelarten anwendbar ist oder ob auch der Bau einzelner Windenergieanlagen unter den Ausnahmegrund der öffentlichen Sicherheit fällt. Entscheidet sich der VGH, diese Fragen dem EuGH zur Beantwortung vorzulegen, dürfte eine in dieser Hinsicht klarstellende Grundsatzentscheidung Licht ins Dunkel bringen.

Gerichtshammer und Gesetzbücher

DFBEW veröffentlicht KNE-Publikation „10 Fragen – 10 Antworten zu Detektionssystemen“ auf Französisch

Berlin, 28. Mai 2020

DFBEW veröffentlicht KNE-Publikation „10 Fragen – 10 Antworten zu Detektionssystemen“ auf Französisch

Das Deutsch-französische Büro für die Energiewende (DFBEW) veröffentlicht die französische Übersetzung eines Faktenpapiers des KNE zur automatisierten Detektion und ereignisbezogenen Abschaltung zur Verminderung von Vogelkollisionen an Windenergieanlagen.

Um den Ausbau der Windenergienutzung naturverträglich fortsetzen zu können, braucht es innovative Lösungen, um die negativen Auswirkungen auf windenergiesensible Tierarten effizient zu vermindern. Detektionssysteme wurden entwickelt, um ein signifikant erhöhtes Kollisionsrisiko windenergiesensibler Vogelarten zu vermeiden. Sollten sich diese Systeme als wirksam erweisen, können sie einen bedeutenden Beitrag zum Abbau des derzeitigen Genehmigungsstaus leisten und den naturverträglichen Ausbau der Windenergie befördern.

Die Energiewende in Frankreich

Nicht nur in Deutschland sind Lösungen gefragt, um den Ausbau der Windenergienutzung unter Berücksichtigung des Artenschutzes naturverträglich voranzutreiben.

2006 wurde in Frankreich das Programm „Windenergie und biologische Artenvielfalt“ ins Leben gerufen. Dieses Programm, das von einem Lenkungsausschuss geleitet wird, der sich aus der Agentur für ökologischen Wandel (Ademe), den Windenergieverbänden (SER und FEE), dem französischen Ministerium für ökologischen und solidarischen Wandel (MTES) und der nationalen Vogelschutzorganisation (LPO) zusammensetzt, zielt auf die Errichtung eines nationalen Windparks unter Berücksichtigung der Belange der biologischen Vielfalt.

So wird etwa mittels der mehrjährigen Energieprogrammplanung der französischen Regierung, die im April 2020 veröffentlicht wurde, das Ziel gesetzt, Genehmigungsprozesse von Windparks zu beschleunigen und dabei Umweltgesichtspunkte, wie den Erhalt einer hohen Artenvielfalt, umfassend zu berücksichtigen.

Daher sind Detektionssysteme zur Verminderung von Vogelkollisionen derzeit ein wichtiges Thema für die Windenergiebranche in Frankreich, um die ambitionierten Ausbauziele für die Onshore-Windenergie in Einklang mit dem Erhalt der Artenvielalt zu erreichen, einige Windparks sind bereits mit Detektionssystemen ausgerüstet.

Als Facheinrichtung befasst sich das KNE schon seit geraumer Zeit mit Technischen Systemen zur Verminderung von Vogelkollisionen. Die Expertise des KNE auf diesem Gebiet und die Praxiserfahrungen der französischen Windenergiebranche ermöglichen einen gewinnbringenden deutsch-französischen Austausch.

 

Weitere Veröffentlichungen und Arbeiten des KNE zum Thema:

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Eva Schuster
Referentin für technischen Artenschutz, Vermeidungs-, Verminderungsmaßnahmen
eva.schuster@nautschutz-energiewende.de
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Titelseite der Publikation

Windbranchentag fordert stärkeren Windenergieausbau

Berlin, 20. Mai 2020

Windbranchentag fordert stärkeren Windenergieausbau

Der Landesverband Baden-Württemberg des Bundesverbands Windenergie und das Ministerium für Umwelt, Klima- und Energiewirtschaft Baden-Württemberg luden zum Windbranchentag  „Länderspezial Wind in Baden-Württemberg“ erstmals online ein.

Im Mittelpunkt des Branchentreffens stand eine Diskussionsrunde mit Umweltminister Franz Untersteller, BMWi-Staatssekretär Andreas Feicht, BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter und BWE-Landesvorsitzendem Christian Oberbeck zur Fragestellung „Zukunft der Windenergie in Baden-Württemberg: Weichenstellungen der Politik?“. Deutlich wurde hierbei, dass es eine Reihe von Hemmnissen auf verschiedenen Ebenen für den Windenergieausbau in Baden-Württemberg gibt. Neben dem Artenschutz wurden diesbezüglich vor allem auch die Flächenverfügbarkeit, die EEG-Novelle 2017, die Rolle des Staatsforstes in Baden-Württemberg sowie die Akzeptanz vor Ort als einflussnehmende Faktoren angesprochen. In Bezug auf technische Vogelerkennungssysteme zur Verminderung von Vogelkollisionen wurden große Chancen zur Förderung des Ausbaus der Windenergie gesehen.

Neben den Schwerpunkten „Genehmigungsrechtliche Herausforderungen der Corona-Krise“ und „Windstrom für die Industrie: Das Grünstromkonzept von Daimler“ wurde auch das Thema „Windenergie und Artenschutz“ diskutiert. Hier ging es vor allem um neue Entwicklungen im Hinblick auf Windenergie und Artenschutz in Baden-Württemberg sowie um eine Einschätzung der Branche und der Naturschutzbehörden.

Dr. Martin Köppel, Leiter der Außenstelle Süd und Konfliktberater des KNE, nutzte die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen der Windenergie in Baden-Württemberg zu informieren und zum Ausloten der Möglichkeiten der Unterstützung einer naturverträglichen Energiewende durch das KNE.

Windenergieanlagen und Rapsfeld

Wirksamkeit von Vogelschutzmarkern zur Minderung von Kollisionsrisiken

Berlin, 19. Mai 2020

KNE-Lesetipp

Wirksamkeit von Vogelschutzmarkern zur Minderung von Kollisionsrisiken

Titel: Liesenjohann et al. (2020): Wirksamkeit von Vogelschutzmarkern. Ein Fachkonventionsvorschlag zur Minderungswirkung an Freileitungen.

Kollisionen mit Freileitungen stellen ein beträchtliches anthropogenes Mortalitätsrisiko für Vögel dar. In die Beurteilung, ob durch eine Freileitung ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko eintritt und somit ein Verbotstatbestand vorliegt, fließen auch Schutzmaßnahmen ein. Im Falle von Freileitungen sind Vogelschutzmarker grundsätzlich geeignet, das Kollisionsrisiko zu vermindern. Allerdings stellt sich hier die Frage, um wieviel das Kollisionsrisiko für die einzelne Art jeweils gesenkt werden kann.

Die Minderungswirkung weist artspezifisch sehr große Unterschiede auf. Liesenjohann et al. (2020) haben im Rahmen des FuE-Vorhabens „Wirksamkeitsanalyse unterschiedlicher Vogelschutzmarker“ des Bundesamtes für Naturschutz einen Fachkonventionsvorschlag zur Verwendung von Vogelschutzmarkern erarbeitet. Es werden Aussagen zur Reduktion des konstellationsspezifischen Risikos (KSR), also der Reduktion der Konfliktschwere im jeweiligen Einzelfall, zu allen planungsrelevanten kollisionsgefährdeten Vogelarten getroffen. Das Konzept des konstellationsspezifischen Risikos geht auf Bernotat & Dierschke (2016) zurück.

Zu diesem Zweck haben die Autoren einschlägige Kollisionsreduktionswerte (in Prozent) aus der Literatur zusammengestellt und deren wissenschaftliche Belastbarkeit bewertet (Evidenzgraduierung). Auf dieser Grundlage werden Referenzarten definiert, für die empirisch ermittelte Ergebnisse vorliegen. Die verfügbaren Minderungswerte für eine Art werden gemittelt und entsprechend der Evidenzgraduierung gewichtet. Der auf diese Weise resultierende Reduktionswert wird einer Stufe der Risikoreduktion zugewiesen. Mittels ökologischer Ähnlichkeitskriterien wird die Markerwirksamkeit auf Vergleichsarten übertragen, für die keine empirisch ermittelten Ergebnisse vorliegen.

Von den 164 bewerteten Vogelarten können Vogelschutzmarker für 27 Arten zu einer sehr hohen Reduktion des konstellationsspezifischen Risikos führen. Bei 39 Arten ist die Reduktionswirkung mittel-hoch, bei den restlichen 98 Arten ist die Reduktionswirkung hingegen gering bis mäßig. Diese Einstufungen bieten eine erste Orientierung für die Bewertung der Minderungswirkung von Vogelschutzmarkern im Einzelfall.

Auch das KNE befasst sich in einem FuE-Vorhaben „Workshopreihe Technische Systeme“ mit der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen (hier: bedarfsgerechte Abschaltung mit Hilfe automatisierter Detektionssysteme) zur Senkung von Kollisionsrisiken. Die Ergebnisse von Liesenjohann et al. (2020) stellen einen interessanten Ansatz zur Abstufung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen dar. Es wird zu überlegen sein, inwiefern diese Herangehensweise auf die Beurteilung der Wirksamkeit technischer Systeme übertragen werden kann.

Quelle: Liesenjohann, M., Blew, J., Fronczek, S., Reichenbach, M., Bernotat, D. (2020): Wirksamkeit von Vogelschutzmarkern. Ein Fachkonventionsvorschlag zur Minderungswirkung an Freileitungen. NuL 52 (4), S. 184-190.

Link zum Artikel „Wirksamkeit von Vogelschutzmarkern“.
(Nur für Abonnenten frei verfügbar)

Hier finden Sie die Ergebnisse des FuE-Vorhabens – BfN-Skripten 537:
Liesenjohann, M., Blew, J., Fronczek, S., Reichenbach, M., Bernotat, D. (2019): Artspezifische Wirksamkeiten von Vogelschutzmarkern an Freileitungen. Methodische Grundlagen zur Einstufung der Minderungswirkung durch Vogelschutzmarker – ein Fachkonventionsvorschlag. Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.). Abschlussbericht des FuE-Vorhabens „Wirksamkeitsanalyse unterschiedlicher Vogelschutzmarker“. BfN-Skripten 537.

 

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Hilft eine frühe Einbindung der Menschen vor Ort bei der Akzeptanz von Projekten?

Berlin, 29. April 2020

Hilft eine frühe Einbindung der Menschen vor Ort bei der Akzeptanz von Projekten?

Michael Krieger äußert sich im Interview in der Fernsehsendung „alle wetter!“ im Hessischen Rundfunk zur Akzeptanz der Energiewende und der Bearbeitung und Lösung von Konflikten vor Ort.

Wie sieht es aktuell bei den Bürgern und Bürgerinnen mit der Akzeptanz der Energiewende aus? Wie ist die Stimmung vor Ort? Welche Erfahrungen macht das KNE in seiner täglichen Arbeit? Um welche Konflikte geht es?

Trotz einer überwiegenden Zustimmung zur Energiewende bleiben Konflikte nicht aus. Dabei reichen die Themen von der Lärmbelästigung, über den Schutz von Vögeln oder Fledermäusen bis hin zur Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Auch auf die Frage, wer sich wann an das KNE wendet, und mit welchen Methoden die Moderatoren und Mediatoren die beteiligten Konfliktparteien in das Gespräch bringen und Lösungsansätze gefunden werden, geht Michael Krieger ein.

Was kann im Vorfeld getan werden? Damit es vielleicht gar nicht erst zu Konflikten kommt? Hier verweist Krieger darauf, dass eine frühe und gute Einbindung der Menschen vor Ort – zum Beispiel durch Bürgerversammlungen, bei der Akzeptanz von Erneuerbare-Energien-Projekten unterstützen kann.

Aber nicht immer läuft alles glatt. „Manchmal geht es nicht nur um die Sache, sondern darum zu gewinnen.“, schließt Michael Krieger das Interview.

 

Foto: Copyright hr-Fernsehen, alle wetter!

Die Energiewende weiter vorantreiben

Berlin, 22. und 23. April 2020

Die Energiewende weiter vorantreiben

Das 5. Fachforum des KNE-Mediatorenpools war ein besonderes. Zum ersten Mal traf sich das KNE mit den Mitgliedern des KNE-Mediatorenpool aus aktuellem Anlass in Videokonferenzen im virtuellen Raum.

Es gab einen engagierten Austausch zu den aktuellen Herausforderungen. Auch in diesen schwierigen Zeiten muss alles darangesetzt werden, die Energiewende voranzutreiben. Es wurde daher intensiv diskutiert, wie der Mediatorenpool in Zusammenarbeit mit dem KNE die naturverträgliche Energiewende vor dem Hintergrund geringer Zubauzahlen, zahlreicher Konflikte und derzeitigen zusätzlichen Herausforderungen noch besser unterstützen kann. Unter anderem wurden die aktuellen Entwicklungen in der Energiewende in den Bundesländern erörtert und eingeordnet.

Gemeinsam wurden zahlreiche Ansätze gesammelt und die nächsten Schritte geplant. Das 6. Fachforum des KNE-Mediatorenpools findet im Oktober statt.

4 Personen in einer Videokonferenz

Österreich: Plattform Naturschutz und Energiewende nach Vorbild des KNE?

Berlin, 21. April 2020

Österreich: Plattform Naturschutz und Energiewende nach Vorbild des KNE?

Der österreichische Umweltdachverband (vergleichbar mit dem deutschen DNR) hat am heutigen Dienstag zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Veranstaltung „Plattform Naturschutz und Energiewende“ als digitale Konferenz abgehalten. Das KNE war mit Michael Krieger, Geschäftsführer, als Keynote-Speaker eingeladen.

In Österreich gibt es Überlegungen, ebenfalls eine Einrichtung ähnlich dem KNE zu schaffen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Alpenrepublik naturverträglich zu gestalten. In einem ausführlichen Vorgespräch wurde bereits im September 2019 ein Austausch zwischen dem Dachverband und dem KNE initiiert. Michael Krieger berichtete in seinem Vortrag über die Rahmenbedingungen für ein Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende und die aktuellen Themen und Inhalte, die vom KNE bearbeitet werden. Ein gemeinsamer weiterer Weg wurde vereinbart.

Der Umweltdachverband

Der Umweltdachverband mit Sitz in Wien ist eine überparteiliche Plattform für 36 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt-, Natur- und Alpenschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie erneuerbare Energien aus ganz Österreich und damit für rund 1,3 Millionen Mitglieder. Im Mittelpunkt der Arbeit des Umweltdachverbandes stehen unter anderem ein umfassender Natur- und Landschaftsschutz, die Erhaltung der Vielfalt an Genen, Arten und Ökosystemen (Biodiversität), und der naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien.

Foto: Michael Krieger.

Laptop auf Tisch Und weiteres Material