Das KNE-Jahrbuch K20 blickt auf die Energiewende vor Ort

Berlin, 18. Juni 2020

Das KNE-Jahrbuch K20 blickt auf die Energiewende vor Ort

Von fabelhaften Ausgleichsmaßnahmen, Labyrinthen der Leidenschaft und dem Wind über Schottland

Das diesjährige rund 300 Seiten starke Jahrbuch des KNE widmet sich den Herausforderungen, Möglichkeiten und Projekten einer naturverträglichen Energiewende konkret vor Ort. Die Vielfalt der Beiträge der Autorenschaft in „K20 – Energiewende vor Ort“ spiegelt dabei die Spannbreite der Themen und die Komplexität der Anforderungen der Energiewende wider.

„In der Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort konnten wir feststellen, dass sich die Praxis der Energiewende deutlich geändert hat. Die Diskussionen um den Abbau von Hemmnissen beim Ausbau der erneuerbaren Energien hat an Bedeutung gewonnen, manches kommt in Bewegung und manches gilt es noch anzupacken. Da lag es nahe, in diesem Jahrbuch den Blick auf die konkreten Herausforderungen zu richten, und die Akteure von ihren Erfahrungen bei der Umsetzung einer naturverträglichen Energiewende berichten zu lassen“, erklärt Dr. Torsten Raynal-Ehrke, Direktor des KNE.

„So vielseitig wie die Autorenschaft ist, so spannend ist die Bandbreite der Themen. Wir hoffen, nicht nur einen interessanten und informativen Einblick in die verschiedenen Facetten und Anforderungen der Energiewende zu geben, sondern auch, zur Versachlichung von Debatten beizutragen, und zur Diskussion – auch disziplinübergreifend – über die Herausforderungen anzuregen“, berichtet Anke Ortmann, Redakteurin des Jahrbuchs. „Die Leserschaft erwarten Beiträge zur Regionalplanung, zu Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, zur Konfliktklärung vor Ort, zu Innovationen in der Photovoltaik und zur Bedeutung der Emotionen. Internationale Beiträge zu Schottland, China und Polen stellen ausgewählte Aspekte der dortigen Energiewende heraus“, so Ortmann weiter.

Zu Wort kommen unter anderem Dr. Danuta Kneipp (50Hertz Transmission) und Judith Michler (ABO Wind) in ihrem gemeinsamen Artikel zu Klima- und Artenschutz als wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Energiewende. Professorin Gundula Hübner von der Universität Halle-Wittenberg berichtet über die Vielschichtigkeit der Emotionen und Motivationen in der Energiewende. Martin Szaramowicz (Flächenagentur Brandenburg) und Marc Thiele (NaturschutzFonds Brandenburg) geben einen Einblick in die Praxis der Kompensations- und Ersatzmaßnahmen. Dr. Joanna Maćkowiak Pandera (Forum Energii) erläutert bemerkenswert die Perspektiven der polnischen Energiepolitik und die Chancen einer deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Darüber hinaus kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KNE zu Wort und berichten über die Arbeit des KNE.

Der Artikel „Letzte Ausfahrt Zukunft“ von Dr. Joanna Maćkowiak Pandera liegt auch im Orignial in Polnisch vor. Hier finden Sie den Artikel „Ostatni zjazd przyszłość“.

Die K20-Redaktion dankt allen Autorinnen und Autoren sehr herzlich für Ihre Mitarbeit und wünscht den Leserinnen und Lesern eine spannende und anregende Lektüre.

Titelillustration: Felix Scholz.

Für Nachfragen, Interviews und für Anfragen zur journalistischen Weiterverwertung von Beiträgen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Kontakt: Anke Ortmann, presse@naturschutz-energiewende.de. T.: 030 7673738-12

Beurteilung des einzelfallbezogenen Kollisionsrisikos für Vögel an WEA nach Sprötge et al.

Berlin, 18. Juni 2020

Beurteilung des einzelfallbezogenen Kollisionsrisikos für Vögel an Windenergieanlagen nach Sprötge et al.

Derzeit wird sowohl auf Bundesebene als auch auf Ebene der Länder in Politik- und Fachkreisen diskutiert, wie die Signifikanz von Kollisionsrisiken für Vögel an Windenergieanlagen (WEA) zukünftig rechtssicher und praktikabel erfasst und bewertet werden kann.

Die Autoren Sprötge, Sellmann und Reichenbach (2018)* haben einen Ansatz für die einzelfallbezogene Signifikanzbewertung auf der Grundlage von Abstandsempfehlungen und Raumnutzungsanalysen entwickelt. Dabei achteten die Autoren auf eine enge Verknüpfung mit der Rechtsprechung zur Signifikanzbewertung. Die Vorgaben aus der Rechtsprechung wurden mit einer in sich stimmigen Bewertungsmethodik untersetzt.

Über die Aufarbeitung der rechtlichen Grundlagen und die Entwicklung eines Prüf- und Bewertungsansatzes für die Signifikanz stellen die Autoren umfangreiche artspezifische Informationen und Hinweise zum Umgang mit dem Kollisionsrisiko der besonders relevanten Vogelarten zusammen.

Das KNE hat eine Kurzfassung des Bewertungsansatzes erstellt und ordnet ihn in den aktuellen Kontext der Fachdiskussion ein.

  • Das Wichtigste in Kürze und die Publikation finden Sie auch HIER.
  • Alle Publikationen für den Wissenstransfer finden Sie auf der KNE-Internetseite Veröffentlichungen.

* Sprötge, Martin; Sellmann, Elke und Reichenbach, Marc (2018): Windkraft Vögel Artenschutz. Ein Beitrag zu den rechtlichen und fachlichen Anforderungen in der Genehmigungspraxis. Books on demand, Norderstedt. 229 S.

Ihr Ansprechpartner im KNE
Holger Ohlenburg
holger.ohlenburg@naturschutz-energiewende.de
030-7673738-22

Übersicht zu artenschutzrechtlichen Erlassen und Leitfäden der Länder

Berlin, 8. Juni 2020

Übersicht zu artenschutzrechtlichen Erlassen und Leitfäden der Länder

Das KNE hat eine Übersicht erstellt, die den aktuellen Stand der Erlasse und Leitfäden der Länder zu Artenschutz und Windenergie darstellt.

Die Länder erstellen in Form von Erlassen und Leitfäden landesspezifische Handreichungen zu Artenschutz und Windenergie. Diese Handreichungen sind sowohl für die zuständigen Behörden als auch für die Projektierer und die Gutachterbüros wichtige Orientierungshilfen zum Umgang mit artenschutzrechtlichen Anforderungen bei der Planung und Genehmigung von Windenergievorhaben.

Um neue Erkenntnisse aus der Forschung, Praxis und Rechtsprechung berücksichtigen zu können, ist es sinnvoll die Handreichungen in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren und fortzuschreiben. Gegenwärtig laufen in mehreren Ländern Prozesse zu Fortschreibungen, in weiteren sind diese geplant.

Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert werden. Diesbezügliche Hinweise können Sie gerne an das KNE richten.

Das Wichtigste in Kürze und die Übersicht finden Sie auch HIER.

Ihr Ansprechpartner im KNE

Holger Ohlenburg
Referent Wissensrespons, Fledermausschutz
holger.ohlenburg@naturschutz-energiewende.de
030-7673738-22

DFBEW veröffentlicht KNE-Publikation „10 Fragen – 10 Antworten zu Detektionssystemen“ auf Französisch

Berlin, 28. Mai 2020

DFBEW veröffentlicht KNE-Publikation „10 Fragen – 10 Antworten zu Detektionssystemen“ auf Französisch

Das Deutsch-französische Büro für die Energiewende (DFBEW) veröffentlicht die französische Übersetzung eines Faktenpapiers des KNE zur automatisierten Detektion und ereignisbezogenen Abschaltung zur Verminderung von Vogelkollisionen an Windenergieanlagen.

Um den Ausbau der Windenergienutzung naturverträglich fortsetzen zu können, braucht es innovative Lösungen, um die negativen Auswirkungen auf windenergiesensible Tierarten effizient zu vermindern. Detektionssysteme wurden entwickelt, um ein signifikant erhöhtes Kollisionsrisiko windenergiesensibler Vogelarten zu vermeiden. Sollten sich diese Systeme als wirksam erweisen, können sie einen bedeutenden Beitrag zum Abbau des derzeitigen Genehmigungsstaus leisten und den naturverträglichen Ausbau der Windenergie befördern.

Die Energiewende in Frankreich

Nicht nur in Deutschland sind Lösungen gefragt, um den Ausbau der Windenergienutzung unter Berücksichtigung des Artenschutzes naturverträglich voranzutreiben.

2006 wurde in Frankreich das Programm „Windenergie und biologische Artenvielfalt“ ins Leben gerufen. Dieses Programm, das von einem Lenkungsausschuss geleitet wird, der sich aus der Agentur für ökologischen Wandel (Ademe), den Windenergieverbänden (SER und FEE), dem französischen Ministerium für ökologischen und solidarischen Wandel (MTES) und der nationalen Vogelschutzorganisation (LPO) zusammensetzt, zielt auf die Errichtung eines nationalen Windparks unter Berücksichtigung der Belange der biologischen Vielfalt.

So wird etwa mittels der mehrjährigen Energieprogrammplanung der französischen Regierung, die im April 2020 veröffentlicht wurde, das Ziel gesetzt, Genehmigungsprozesse von Windparks zu beschleunigen und dabei Umweltgesichtspunkte, wie den Erhalt einer hohen Artenvielfalt, umfassend zu berücksichtigen.

Daher sind Detektionssysteme zur Verminderung von Vogelkollisionen derzeit ein wichtiges Thema für die Windenergiebranche in Frankreich, um die ambitionierten Ausbauziele für die Onshore-Windenergie in Einklang mit dem Erhalt der Artenvielalt zu erreichen, einige Windparks sind bereits mit Detektionssystemen ausgerüstet.

Als Facheinrichtung befasst sich das KNE schon seit geraumer Zeit mit Technischen Systemen zur Verminderung von Vogelkollisionen. Die Expertise des KNE auf diesem Gebiet und die Praxiserfahrungen der französischen Windenergiebranche ermöglichen einen gewinnbringenden deutsch-französischen Austausch.

 

Weitere Veröffentlichungen und Arbeiten des KNE zum Thema:

Ihre Ansprechpartnerin im KNE
Eva Schuster
Referentin für technischen Artenschutz, Vermeidungs-, Verminderungsmaßnahmen
eva.schuster@nautschutz-energiewende.de
030-7673738-23

Titelseite der Publikation

Österreich: Plattform Naturschutz und Energiewende nach Vorbild des KNE?

Berlin, 21. April 2020

Österreich: Plattform Naturschutz und Energiewende nach Vorbild des KNE?

Der österreichische Umweltdachverband (vergleichbar mit dem deutschen DNR) hat am heutigen Dienstag zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Veranstaltung „Plattform Naturschutz und Energiewende“ als digitale Konferenz abgehalten. Das KNE war mit Michael Krieger, Geschäftsführer, als Keynote-Speaker eingeladen.

In Österreich gibt es Überlegungen, ebenfalls eine Einrichtung ähnlich dem KNE zu schaffen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Alpenrepublik naturverträglich zu gestalten. In einem ausführlichen Vorgespräch wurde bereits im September 2019 ein Austausch zwischen dem Dachverband und dem KNE initiiert. Michael Krieger berichtete in seinem Vortrag über die Rahmenbedingungen für ein Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende und die aktuellen Themen und Inhalte, die vom KNE bearbeitet werden. Ein gemeinsamer weiterer Weg wurde vereinbart.

Der Umweltdachverband

Der Umweltdachverband mit Sitz in Wien ist eine überparteiliche Plattform für 36 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt-, Natur- und Alpenschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie erneuerbare Energien aus ganz Österreich und damit für rund 1,3 Millionen Mitglieder. Im Mittelpunkt der Arbeit des Umweltdachverbandes stehen unter anderem ein umfassender Natur- und Landschaftsschutz, die Erhaltung der Vielfalt an Genen, Arten und Ökosystemen (Biodiversität), und der naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien.

Foto: Michael Krieger.

Laptop auf Tisch Und weiteres Material

10 Fragen – 10 Antworten zu Detektionssystemen

Berlin, 21. April 2020

10 Fragen – 10 Antworten zu Detektionssystemen

Neue Veröffentlichung des KNE zu Vogelschutz an Windenergieanlagen

Konfliktarme Flächen für den Ausbau der Windenergie sind mittlerweile knapp geworden. Um den Ausbau naturverträglich fortsetzen zu können, können innovative Lösungsansätze dabei helfen, die negativen Auswirkungen auf windenergiesensible Tierarten effizient zu vermindern. Detektionssysteme zur automatischen Vogelerfassung und ereignisbezogenen Betriebsregulierung haben das Potenzial, das Kollisionsrisiko von Vögeln an Windenergieanlagen und damit artenschutzrechtliche Konflikte zu reduzieren.

Das KNE erreichen immer wieder Fragen zu den Funktionsweisen, den Einsatzmöglichkeiten und dem Erprobungsstand von existierenden sowie in der Entwicklung befindlichen Radar- und Kamerasystemen.

Welche Detektionssysteme können für die Erkennung von Vögeln eingesetzt werden? Inwieweit sind diese Systeme bisher erprobt, und welche Studien liegen hierüber vor? Wie hoch sind die Abschaltzeiten, und mit welchen Einbußen muss gerechnet werden? Wo wird aktuell noch der größte Entwicklungsbedarf gesehen?

Diese und andere häufig gestellten Fragen greift das Papier auf. Es bietet damit eine gemeinsame Wissensbasis für die nun im Weiteren anzugehende Diskussion über Mindestanforderungen, Eignungsbedingungen und Wirksamkeitsschwellen.

Auch auf unserer Seite „Veröffentlichungen“ können Sie „10 Fragen – 10 Antworten zu Detektionssystemen“ finden.

Weitere Veröffentlichungen und Arbeiten zum Thema:

Ihre Ansprechpartnerin im KNE
Eva Schuster
Referentin für technischen Artenschutz, Vermeidungs-, Verminderungsmaßnahmen
eva.schuster@nautschutz-energiewende.de
030-7673738-23

Mehr Begeisterung bitte!

Berlin, 15. April 2020

Mehr Begeisterung bitte!

Der Ausbau der Windenergie an Land ist in Deutschland mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. In seinem Artikel „Naturschutz und Energiewende vereinbaren“ in der aktuellen Ausgabe in „Der Landkreis“ (3/2020) äußert sich KNE-Direktor Dr. Torsten Raynal-Ehrke zu Hemmnissen, Herausforderungen und Lösungsansätzen für eine zügige Umsetzung einer naturverträglichen Energiewende.

Was sind die Ursachen für den eklatanten Rückstand beim Ausbau der Windenergie? Was hemmt den Ausbau und was könnte ihn vorantreiben? Dr. Torsten Raynal-Ehrke geht diesen Fragen in seinem Beitrag nach und bezieht dabei die derzeitige Planungs- und Genehmigungspraxis, die Anliegen und Forderungen des Naturschutzes und auch das Handeln der Akteure und Beteiligten vor Ort mit ein.

Wie das KNE eine naturverträgliche Energiewende unterstützt, und welche Angebote es den Akteuren bietet, veranschaulicht Raynal-Ehrke anhand von Beispielen aus der Praxisarbeit des KNE. Er gibt Einblicke in die erfolgreichen KNE-Fachdialoge zum „Energiewende in der Nähe von UNESCO-Welterbe“ und „Qualitätssicherung von Fledermausgutachten“, in die intensive Zusammenarbeit mit den Ländern und Behörden und in die Moderation und Mediation von Naturschutzkonflikten vor Ort.

Darüber hinaus macht Raynal-Ehrke deutlich, dass in der Energiewende nicht nur materielle Herausforderungen zu bewältigen sind, sondern auch dem Faktor Emotionen eine entscheidende Rolle zukommt: Die Energiewende braucht unser aller Begeisterung.

Lesen Sie hier den Artikel „Naturschutz und Energiewende vereinbaren“.

Foto: Free-Photos auf Pixabay.

Windpark mit Landschaft

Die Expertise des KNE ist international gefragt

Funchal, 13. und 14. Februar 2020

Die Expertise des KNE ist international gefragt

Das KNE beteiligte sich auf Einladung der UNESCO am “1st Workshop – Developing a Guidance Tool for World Heritage and Renewable Energy Wind energy installations within or near World Heritage properties”. 

Das Welterbezentrum der UNESCO war Teilnehmer des KNE-Fachdialogs „Energiewende in der Nähe von UNESCO-Welterbe“, in dem es unter anderem darum ging, wie erreicht werden kann, dass die Beurteilung möglicher Beeinträchtigungen von Welterbestätten durch geplante Windenergieanlagen vorhersehbarer und zügiger durchgeführt werden könnte.

Inzwischen arbeitet das Welterbezentrum an Richtlinien zur Bewertung von Windenergieanlagen in der Nähe von Welterbestätten, die sie ihren Mitgliedsstaaten zur Verfügung stellen will. Die Richtlinien sollen im Laufe des Jahres erarbeitet werden.

Vor diesem Hintergrund richtete das UNESCO World Heritge Centre in Funchal den zweitägigen Workshop 1st Workshop – “Developing a Guidance Tool for World Heritage and Renewable Energy Wind energy installations within or near World Heritage properties” aus.

Der Workshop richtete sich vornehmlich an die europäischen Mitgliedsländer und diente dazu, ein gemeinsames Verständnis über Funktion und Ausgestaltung der Richtlinien zu erlangen. Neben anderen Teilnehmenden waren die jeweils national für das Welterbe zuständigen Personen aus Deutschland, den Niederlanden, England, Schottland, Schweden, Russland und Portugal vertreten.

Das KNE war gebeten worden, Fragen und Beobachtungen zu formulieren, die sich aus dem KNE-Fachdialog ergeben haben und zu skizzieren, welche Erwartungen Nicht-Welterbe-Akteure an eine solche Richtlinie stellen könnten. Dr. Mathis Danelzik, Leiter des KNE-Fachdialogs zur Vereinbarkeit von Windenergieausbau und UNESCO-Welterbestätten in Deutschland, lieferte diesbezüglich mit seiner Expertise wichtigen Input.

Der KNE-Fachdialog „Energiewende in der Nähe von UNESCO-Welterbe“

In dem vom KNE entwickelten und moderierten Fachdialog erarbeiteten die Teilnehmenden Empfehlungen für eine bessere Vereinbarkeit von Windenergieplanungen und UNESCO-Welterbestätten. Die Empfehlungen hat das KNE in der umfassenden Publikation „Empfehlungen zur Vereinbarkeit von Windenergieausbau und UNESCO-Welterbestätten in Deutschland“ veröffentlicht.

Das Wichtigste in Kürze und die Publikation zum KNE-Fachdialog finden Sie hier.

Blick auf den Lorbeerwald auf Madeira.

Blick auf den Lorbeerwald auf Madeira. Foto: adege, auf Pixabay.

Windenergie an Land: Die Ausnahme im besonderen Artenschutzrecht

Berlin, 5. November 2019

Windenergie an Land: Die Ausnahme im besonderen Artenschutzrecht

Inhalt, Möglichkeiten und Risiken der Ausnahmeerteilung nach § 45 Abs. 7 Nr. 5 Bundesnaturschutzgesetz

In den aktuellen Debatten zur Stärkung des Ausbaus der Windenergie an Land spielt der „Ausnahmegrund beim Artenschutz“ eine wichtige Rolle. Worum genau handelt es sich hier, warum gibt es Forderungen nach „mehr Ausnahmen“, und was ist diesbezüglich rechtlich (derzeit) überhaupt möglich?

In unserer neuesten Publikation „Die Ausnahme im besonderen Artenschutzrecht“ erläutert das KNE zum einen die juristischen Voraussetzungen, die vorliegen müssen, um eine Ausnahme erteilen zu können, und zum anderen die Anwendungspraxis der Ausnahmeregelung in den Ländern.

Die Ausnahme nach § 45 Abs. 7 Nr. 5 Bundesnaturschutzgesetz kommt im Genehmigungsverfahren von Windenergieanlagen ins Spiel, wenn das Vorhaben artenschutzrechtliche Verbote auslösen würde, die nicht vermieden werden können. Sind bestimmte Voraussetzungen gegeben, kann das Vorhaben dennoch genehmigt werden. Vor dem Hintergrund, dass sich in Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen zunehmend Konflikte mit den artenschutzrechtlichen Verboten ergeben, ist die Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen für die Ausnahme und ihre Anwendung naheliegend. Das KNE hat das Thema daher aufgegriffen.

„Bei den momentan laufenden Fortschreibungen der Windenergieerlasse und Leitfäden der Länder wird das Thema ‚Ausnahme‘ vermehrt diskutiert. Dabei geht es um die Frage, ob durch eine stärkere Nutzung der Ausnahme in Konfliktfällen tragfähige und verträgliche Lösungen gefunden werden könnten. Wir betrachten in unserer Publikation die Chancen und Risiken, die mit einer vermehrten Nutzung der Ausnahme zur Verwirklichung von Windenergieprojekten einhergehen würden“, erläutert die Autorin der Studie, Dr. Silke Christiansen, Rechtereferentin im KNE.

Die Publikation befasst sich mit den Rahmenbedingungen, den rechtlichen Details und der Vorgehensweise in den einzelnen Bundesländern. Sie ist eine gute Diskussionsgrundlage im Rahmen der Fortschreibung der Erlasse und Leitfäden der Länder, in der nach verträglichen Lösungen für einen weiteren Ausbau der Windenergie gesucht wird.

„Die Ausnahme ist keine Ausnahme vom Artenschutz. Sie ist ein Instrument, um das Spannungsverhältnis zwischen Windenergievorhaben und Artenschutz im Einzelfall aufzulösen. Allerdings ist die Ausnahme nach unserer Einschätzung keine Standardlösung für die Probleme, die sich im Rahmen des besonderen Artenschutzes und dem Ausbau der Windenergie auftun“, stellte KNE-Direktor Dr. Torsten Raynal-Ehrke anlässlich der Veröffentlichung der Studie fest.

  • Das Wichtigste in Kürze und die Publikation finden Sie auch HIER.
  • Alle Publikationen für den Wissenstransfer finden Sie auf der KNE-Internetseite Veröffentlichungen.

Qualitätssicherung von Fledermausgutachten – KNE legt Empfehlungen des Fachdialogs vor

Berlin, 23. Oktober 2019

Qualitätssicherung von Fledermausgutachten – KNE legt Empfehlungen des Fachdialogs vor

Die im KNE-Fachdialog zur Qualitätssicherung von Fledermausgutachten für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen erarbeiteten Empfehlungen liegen nun gedruckt vor und können im KNE kostenlos bestellt werden.

Die Empfehlungen sowie die Prozess-Dokumentation des KNE-Fachdialogs zur „Qualitätssicherung von Fledermausgutachten für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen“ hat das KNE jetzt in einer umfassenden Publikation veröffentlicht. Im Rahmen des Fachdialogs wurde von relevanten Akteuren erörtert, an welchen Stellen die Qualität von Fledermausgutachten in Zukunft noch besser sichergestellt werden kann.

Immer wieder wird Kritik an der Qualität und Zuverlässigkeit von Fledermausgutachten geübt. Dies war der Anlass, das Problem und mögliche Lösungen in einem KNE-Fachdialog gründlich und substantiiert zu erörtern. Fledermausgutachten werden regelmäßig im Zuge der Planung und Genehmigung von Windenergievorhaben erstellt und dienen der Bewertung der artenschutzrechtlichen Verträglichkeit durch die zuständigen Behörden.

Insbesondere die Vertreter der Behörden und des Naturschutzes sahen in Bezug auf die Qualität dieser Gutachten Verständigungs- und Handlungsbedarf, erklärt auch Dr. Mathis Danelzik, Leiter der Fachdialoge. „Der Fachdialog widmete sich der Frage, wie man die Qualität der Gutachten nachhaltig sichern könne“, erklärte Dr. Mathis Danelzik, der die Fachdialoge auch maßgeblich entwickelte. „Als Ergebnisse kristallisierten sich drei bedeutsame Empfehlungen heraus: die Weiterentwicklung der naturschutzfachlichen Leitfäden der Länder, ein adäquates Fortbildungssystem, das die fortlaufende Qualifizierung der Behördenmitarbeiter sicherstellt und die Sicherstellung einer kontinuierlichen Qualifizierung von Gutachtern“, so Danelzik weiter. „Es wird nun darauf ankommen, diese Empfehlungen aufzugreifen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen.“

Die Publikation informiert auch über weitere Vorschläge und Diskussionen im Fachdialog und bietet so einen guten Überblick über die verschiedenen Anliegen, Vorstellungen und Verbesserungsansätze.

Das Wichtigste in Kürze und die Publikation finden Sie auch HIER.

Ansprechpartner:
Dr. Mathis Danelzik
Dialoggestaltung
mathis.danelzik@naturschutz-energiewende.de
+49 30 7673738–40

Der KNE-Fachdialog

KNE-Fachdialoge bringen die Akteure der Energiewende und des Naturschutzes miteinander ins Gespräch, um aktuelle Herausforderungen zu erörtern und gemeinsame Lösungsansätze zu finden. KNE-Fachdialoge stehen für die Idee, durch eine neutrale Gestaltung und Moderation von Gesprächs- und Arbeitsprozessen einen Beitrag zur Klärung komplexer Sachverhalte zu leisten.

Hinweis der Redaktion zum verwendeten Titelbild

Den Experten und Expertinnen unter Ihnen wird nicht entgehen, dass es sich bei der auf dem Titelbild dieser Publikation abgebildeten Fledermaus mitnichten um eine windenergiesensible Art handelt. Das Bild haben wir nach gestalterischen und ästhetischen Kriterien ausgewählt. Wir hoffen sehr, dass unsere – möglicherweise leicht irritierende – Bildauswahl Sie nicht zu stark von der inhaltlichen Rezeption der Publikation ablenkt – und danken für Ihr Verständnis.

Der KNE-Fachdialog zur „Qualitätssicherung von Fledermausgutachten für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen“ wurde in seiner ersten (Konsultations-)Phase durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Titelbild der Publikation Qualitätssicherung von Fledermausgutachen.

Foto: © brszattila-stock.adobe.com.