EEG 2021: Flächenverfügbarkeit wird zur zentralen Herausforderung der Energiewende

Berlin, 23. September 2020

EEG 2021: Flächenverfügbarkeit wird zur zentralen Herausforderung der Energiewende

„Wir brauchen einen neuen Konsens aller Beteiligten, um den Ausbau der Erneuerbaren zu beschleunigen und zugleich die hohen Standards des Artenschutzes und die Akzeptanz der Bevölkerung aufrecht zu erhalten“, betont KNE-Direktor Dr. Torsten Raynal-Ehrke anlässlich der heute vom Bundeskabinett beschlossenen EEG-Reform.

„Eine frühzeitige Einbindung und transparente Planung von Erneuerbare-Energien-Anlagen sind der Schlüssel, um Konflikten vor Ort vorzubeugen. Naturschutz und Energiewende dürfen sich dabei nicht auseinanderdividieren lassen. Durch verlässliche Fachinformation, die Versachlichung von Debatten und individuelle Beratung bei Konflikten vor Ort wird das KNE einen wichtigen Beitrag leisten, um ausgewiesene Flächen unter angemessener Berücksichtigung des Naturschutzes auch tatsächlich für den Ausbau der erneuerbaren Energien nutzbar zu machen. In diesem Kontext spielen auch technische Lösungen wie die Kamera- und Radarsysteme an Windenergieanlagen zur Vermeidung von Vogelkollisionen eine Rolle. Diese können auch bei der Exploration neuer Windenergieflächen eingesetzt werden, beispielsweise bei der Identifikation konfliktarmer Flächen für den Windenergieausbau“, so Raynal-Ehrke.

Die in Paragraph 99 EEG 2021 vorgeschlagene verbesserte Bund-Länder Koordination sei ein wichtiger und überfälliger Schritt, um mehr geeignete Flächen auszuweisen, die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen sowie die Ausbauziele regelmäßig zu überprüfen. Der Beschluss sieht vor, dass künftig auch weniger windstarke Standorte genutzt werden, um dem Windausbau an Land neuen Schwung zu verleihen. Auch für Solaranlagen in der Freifläche wird die Gebietskulisse mit dem EEG 2021 erweitert.

„Besonders Photovoltaik an und auf Gebäuden schont Natur und Landschaft und hilft Flächenkonkurrenzen zu vermeiden. Werden Solarparks realisiert, sollte die Arten- und Habitate-Vielfalt messbar steigen, die Flächen also eine Aufwertung erfahren. Neben ersten Selbstverpflichtungen braucht es dafür noch verbindliche Standards“, so Raynal-Ehrke weiter.

Was den Ausbau der Windenergie an Land angehe, laufen derzeit Gespräche zur Vereinheitlichung der Signifikanz-Schwellen zur Ermittlung des signifikant erhöhten Tötungsrisikos. Die Umweltministerkonferenz im November biete die Chance, das Signifikanzkriterium handhabbarer zu machen, damit Genehmigungen schneller und rechtssicher erteilt werden können. Das KNE ist hier aktiv in die Vorbereitungen eingebunden. Die notwendige Beschleunigung von Genehmigungs- und Planungsprozessen dürfe dabei keinesfalls zu einem Abbau von Naturschutz-Standards führen.

„Angesichts des beschleunigten Erneuerbaren-Ausbaus rechnen wir mit einem steigenden Bedarf an Fachinformationen, Dialog und Konfliktberatung. Als neutraler Ansprechpartner unterstützt das KNE eine naturverträgliche Energiewende vor Ort“, so Raynal-Ehrke abschließend.

Hintergrund

Um die Klimaziele zu erreichen, ist ein schneller Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich. Die heute vom Bundeskabinett beschlossene EEG-Novelle 2021 sieht vor, dass der Anteil der Erneuerbaren am Strommix bis 2030 auf 65 Prozent steigt. Aus Sicht der Naturschutzverbände auf Bundesebene und der Energiewirtschaft wäre sogar ein weitaus ambitionierterer Ausbau notwendig. Durch den beschleunigten Ausbau von Windenergie an Land und Photovoltaik werden die Flächenverfügbarkeit sowie der natur- und anwohnerverträgliche Ausbau der Erneuerbaren zur zentralen Herausforderung des nächsten Jahrzehnts.

Das KNE

Das 2016 gegründete Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) ist eine von der Umweltstiftung Michael Otto getragene und vom Bundesumweltministerium finanzierte Einrichtung. Zweck der gemeinnützigen GmbH ist die Unterstützung einer naturverträglichen Energiewende vor Ort. Das KNE bietet Beratung und umfangreiche Fachinformationen an, es organisiert Dialog und Austausch, und vermittelt, wenn es beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu Konflikten kommt, speziell ausgebildete Mediatorinnen und Mediatoren.

Erneuerbare Energien und Netze

Bild: adobe.stock.com – Massimo Cavallo.

Konflikte der naturverträglichen Energiewende effizient klären – digitaler Austausch des KNE-Mediatorenpools

Berlin, 18. September 2020

Konflikte der naturverträglichen Energiewende effizient klären – digitaler Austausch des KNE-Mediatorenpools

Schwerpunkt des zweiten digitalen KNE-Fachforums Mediatorenpool war die verstärkte Zusammenarbeit der Mediatorinnen und Mediatoren mit den zuständigen Landeseinrichtungen zur Klärung und Lösung von Konflikten vor Ort beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Auch in diesen schwierigen Zeiten muss die naturverträgliche Energiewende weitergehen um die energiepolitischen und Klimaschutzziele zu erreichen. Es wurde intensiv diskutiert, wie eine bessere Verankerung gelingen kann, um hier noch wirksamer bei der Bearbeitung zu werden.

Für Anfragen zur Bearbeitung von Konflikten erreichen Sie unsere KNE-Mediatorinnen und KNE-Mediatoren über:
www.naturschutz-energiewende.de/beratung/mediatorenpool

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Online-Veranstaltung des KNE-Fachforums Mediatorenpool

Beirat gibt Impulse für KNE-Arbeit zur naturverträglichen Energiewende

Berlin, 15. September 2020

Beirat gibt Impulse für KNE-Arbeit zur naturverträglichen Energiewende

Am 11. September tauschte sich der KNE-Beirat auf seiner 10. Tagung über aktuelle Herausforderungen der naturverträglichen Energiewende sowie zur Weiterentwicklung des Kompetenzzentrums in den kommenden Jahren aus. Dem Gremium gehören Vertreterinnen und Vertreter des Naturschutzes, der Energiewirtschaft, der Länder und Kommunen sowie aus Wissenschaft und Forschung an. Moderiert wurde die Sitzung – die aus aktuellen Gründen als Videokonferenz stattfand – vom Beiratsvorsitzenden Dr. Johannes Merck von der Umweltstiftung Michael Otto.

In ihrer Keynote betonte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Rita Schwarzelühr-Sutter: „Naturschutz und Kilmaschutz stehen nicht im Widerspruch, sondern können nur gemeinsam zukunftsfähig den ökologischen Wandel gestalten. Das KNE trägt mit seiner Expertise wesentlich dazu bei, dass das Wissen über die Auswirkungen der erneuerbaren Energien auf die Natur sachgerecht vor Ort angewendet werden kann.“

In ihrem Impuls betonte Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Deutschland habe ausreichend Flächen für den Ausbau erneuerbarer Energien, aber es brauche einen neuen Konsens: Naturschutz und Energiewende passen zusammen. Wind an Land begnüge sich mit zwei Prozent der Landesfläche, es müsse dann aber auch jedes Bundesland mitmachen. Die Bedeutung von Photovoltaik wachse – deshalb müssten Dachflächen und Freiflächen genutzt werden. Was die Bioenergie betreffe, sollte der Bestand gesichert und für mehr Nachhaltigkeit bei den Substraten gesorgt werden.

Aus Sicht des Naturschutzes gebe es kaum Widersprüche zu dieser Sichtweise, erwiderte der Naturschutzexperte Prof. Klaus Werk. Als zentrales Hemmnis für den Ausbau der erneuerbaren Energien benannte er die bestehenden Partizipationsprobleme. Diese beträfen weniger die Naturschutz- und Umweltverbände, sondern stärker die Bürgerinitiativen, die Veränderungsprozesse in ihrer Heimat blockierten. „Ich plädiere für eine Allianz und Vereinbarung von Naturschutz- und Umweltverbänden mit der Energiewirtschaft sowie mit den kommunalen Spitzen für die Durchsetzung der Energiewende im Einklang der Sicherung der biologischen Vielfalt. Dem KNE sollte hier eine Schlüsselfunktion in den nächsten Jahren zukommen“, betonte Prof. Werk.

Die Beiratsmitglieder waren sich darin einig, dass Fachinformationen, Dialoge zwischen den Akteuren sowie Konfliktberatungen vor Ort eine zentrale Rolle für die naturverträgliche Umsetzung der Energiewende spielen. Mit Spannung erwarte man die Entwicklung bundeseinheitlicher Standards beim Umgang mit dem besonderen Artenschutzrecht. Das KNE ist aktiv in die Vorbereitung der Umweltministerkonferenz im November eingebunden, die bei der Standardisierung einen weiteren Meilenstein setzen will.

Der KNE-Beirat.

Ziemlich beste Freunde – warum Klimaschutz und Artenschutz eine erfolgreiche Energiewende brauchen

Berlin, 25. August 2020

Ziemlich beste Freunde – warum Klimaschutz und Artenschutz eine erfolgreiche Energiewende brauchen

Wirksamer Klimaschutz braucht eine erfolgreiche Energiewende, Windenergieanlagen und die Stromnetzinfrastruktur spielen dabei eine wichtige Rolle. Doch es hakt beim Aus- beziehungsweise Umbau der Energiewende-Infrastruktur und Deutschland läuft Gefahr, die Klimaschutzziele zu verfehlen. Aber der Ausbau der Windenergie an Land ist fast vollends zum Erliegen gekommen. In 2019 wurden nur 243 neue Windräder an Land errichtet – das ist der niedrigste Wert seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000. Immer wieder sind es auch naturschutzrechtliche Fragestellungen, die den Bau neuer Windenergieanlagen oder Stromleitungen erschweren.

Was braucht es, damit Energiewende und Naturschutz miteinander vereinbar sind und damit der Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigt weitergehen kann? Wo hakt es? Wie können die Genehmigungsverfahren für eine nachhaltige Energiewende-Infrastruktur so gestaltet werden, dass der Ausbau vorangetrieben wird und der Natur- und Artenschutz ihren angemessenen Platz haben?

Judith Michler vom Projektentwickler ABO Wind und Dr. Danuta Kneipp vom Netzbetreiber 50Hertz gehen in einem gemeinsamen Interview auf diese und andere Fragen ein, und erörtern wie sich Energiewende und Naturschutz miteinander vereinbaren lassen, und welche Maßnahmen hierfür noch erforderlich sind.

K20 – Energiewende vor Ort

Das diesjährige rund 300 Seiten starke Jahrbuch des KNE widmet sich den Herausforderungen, Möglichkeiten und Projekten einer naturverträglichen Energiewende konkret vor Ort. Die Vielfalt der Beiträge der Autorenschaft in „K20 – Energiewende vor Ort“ spiegelt dabei die Spannbreite der Themen und die Komplexität der Anforderungen der Energiewende wider.

Sie finden das KNE-Jahrbuch K20 sowie die vorangegangenen Jahrbücher K19 und K18 auch im Download-Bereich.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung:
Anke Ortmann
presse@naturschutz-energiewende.de
030 7673738-12.

Eine Frage der Ehre? Über die rechtliche Verbindlichkeit von Mediationsvereinbarungen

Berlin, 11. August 2020

Eine Frage der Ehre? Über die rechtliche Verbindlichkeit von Mediationsvereinbarungen

Gerade im Spannungsfeld Naturschutz und Energiewende, wenn es also um die naturverträgliche Planung von größeren Infrastrukturprojekten geht, liegt der Fokus von Mediationen in den wenigsten Fällen darauf, dass sich alle einmal miteinander aussprechen, ein paar Missverständnisse ausräumen und dann wieder eine gute Gesprächsbasis haben. Es geht vielmehr darum, eine Einigung zu erzielen und gemeinsam für alle Seiten tragbare Kompromisse und Vereinbarungen zu formulieren.

Eine Einigung erfordert fast immer konkrete, projektbezogene Absprachen. Und je nach Konstellation steht für eine oder mehrere Parteien viel auf dem Spiel, wenn sich nach langen Sitzungen die andere Partei nicht an das in der Mediation Vereinbarte hält. Auf der einen Seite geht es zumeist um hohe Investitionskosten, auf der anderen häufig um einzelne Exemplare oder die örtliche Population einer besonders geschützten Tierart.

Im Zuge dessen stellt sich die Frage nach der Verbindlichkeit und Durchsetzbarkeit der Vereinbarungen. Sind diese generell rechtsverbindlich oder nur unter bestimmten Voraussetzungen? Wie weist man nach, was genau vereinbart wurde? Kann man eine solche Vereinbarung notfalls vollstrecken lassen? Oder bleibt einem unter Umständen doch nur das Gerichtsverfahren, das man mit der Mediation ja eigentlich verhindern wollte? Elisabeth Hartleb, Rechtsreferentin im KNE, berichtet in ihrem Artikel in K20 über die Stolpersteine und Chancen von Mediationen in Energiewendekonflikten.

K20 – Energiewende vor Ort

Das diesjährige rund 300 Seiten starke Jahrbuch des KNE widmet sich den Herausforderungen, Möglichkeiten und Projekten einer naturverträglichen Energiewende konkret vor Ort. Die Vielfalt der Beiträge der Autorenschaft in „K20 – Energiewende vor Ort“ spiegelt dabei die Spannbreite der Themen und die Komplexität der Anforderungen der Energiewende wider.

Sie finden das KNE-Jahrbuch K20 sowie die vorangegangenen Jahrbücher K19 und K18 auch im Download-Bereich.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung:
Anke Ortmann
presse@naturschutz-energiewende.de
030 7673738-12.

C.A.R.M.E.N.-Veranstaltung lotete Potenziale der Windenergie in Bayern aus

Berlin, 17. Juli 2020

C.A.R.M.E.N.-Veranstaltung lotete Potenziale der Windenergie in Bayern aus 

Ende 2019 verkündete die bayerische Staatsregierung das Vorhaben, 300 neue Windräder im Freistaat zu installieren, um einen Beitrag zu den klimapolitischen Landeszielen zu leisten. Mit der Errichtung von Windenergieanlagen können jedoch auch Konflikte mit dem Natur- und Artenschutz vor Ort einhergehen. Welche Handlungsansätze existieren, um Windparkprojekte unter Einbindung und Beteiligung der lokalen Bevölkerung umzusetzen? Welche Potenziale gibt es beim Windenergie-Ausbau und wie können diese genutzt werden? Welche Zukunft hat der Windenergie-Ausbau in Bayern und wie ist dieser unter Naturschutz-Aspekten zu bewerten? Dies waren einige der Themen, um die es bei der Webkonferenz „Windenergie – Potenziale erkennen und nutzen!“ am 14. Juli 2020 ging. Organisiert wurde die Konferenz von C.A.R.M.E.N. e.V., dem Centralen Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk.

Dr. Martin Köppel, Leiter der Außenstelle Süd und Konfliktberater des KNE, nutzte die Gelegenheit, sich über aktuelle Handlungsansätze und Entwicklungen in Bayern zu informieren.

Den Beginn machte MDirig. Dr. Johann Nigg vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, der in seinem Vortrag zum Thema „Windenergie – Potenziale erkennen und nutzen“ betonte, dass es zwar viele Herausforderungen durch die Energiewende gebe, Bayern sich diesen aber gewachsen fühle. Windenergie werde von der bayrischen Landesregierung als ein wichtiger Baustein neben den anderen erneuerbaren Energien gesehen. Wichtig sei es, die Windenergie nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken. Akzeptanz für die Umsetzung konkreter Projekte vor Ort sei daher sehr wichtig. Daher gelte in Bayern auch die 10H-Regelung. Allerdings hat diese dazu geführt, dass der Windenergie-Ausbau in Bayern nahezu zum Erliegen gekommen ist. Die 10H-Regelung werde dennoch in Bayern fortbestehen, da dies im Koalitionsvertrag festgeschrieben sei. Dennoch wolle die bayerische Landesregierung innerhalb dieses Rahmens den Windenergie-Ausbau ermöglichen. Aktuell habe das bayerische Wirtschaftsministerium daher das Projekt „Aufwind“ ins Leben gerufen. Hiermit sollen Kommunen dabei unterstützt werden, Akzeptanz für konkrete Windenergievorhaben vor Ort zu erreichen. Unterstützt werden diese durch sogenannte „Windkümmerer“, die vor allem die Kommunen bei der Planung, Beteiligung und Moderation rund um Windenergie-Verfahren unterstützen sollen. Weitere Maßnahmen, die aktuell von Seiten der bayerischen Landesregierung umgesetzt werden, sind u.a. die Förderung neuer technischer Möglichkeiten zur Reduzierung von Konflikten bei Windenergieanlagen (v.a. Radar-Maßnahmen zum Schutz von Vögeln), eine Überarbeitung des bayrischen Windenergieerlasses, um die Rechtssicherheit zu erhöhen sowie das Einsetzen für einen Regionalisierungsbonus für Windenergieanlagen auf Bundesebene.

Weitere spannende Vorträge gab es von Dr. Petra Hutner vom Bundesverband WindEnergie e.V., Landesverband Bayern, zum Thema „Zukunft der Windenergie in Bayern“, von Martin Geilhufe vom Bund Naturschutz in Bayern e.V., der die Windenergienutzung aus Sicht des Naturschutzes darstellte, Frank Sondershaus von der Fachagentur Windenergie an Land e.V zum Thema „Beteiligung und Akzeptanz“ sowie von Kristina Willkomm vom Ingenieurbüro Sing GmbH zum Thema „Energiewende vor Ort – die Bürgerwindkraft Fuchstal“.

„Wenn Konflikte beim Ausbau erneuerbarer Energien entstehen, wird häufig übereinander, aber zu wenig miteinander gesprochen“, resümiert Dr. Martin Köppel. „Als neutrale Instanz bietet das KNE Konfliktparteien eine individuelle Beratung bis hin zur Vermittlung spezialisierter Mediatorinnen und Mediatoren an. Konflikte mit dem Naturschutz entstehen oft durch mangelnde oder falsche Informationen, umstrittene Gutachten, unzureichende Kommunikation oder Beteiligung. Das führt nicht selten zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen. Ziel unseres Beratungsangebots ist es, Konflikten tatkräftig vorzubeugen oder diese zielstrebig zu klären.“

Windenergieanlage und Landschaft

Aktuelle Herausforderungen im Bereich der Mediation

Berlin, 25. Mai 2020

Aktuelle Herausforderungen im Bereich der Mediation

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hatte zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung geladen. In einem „elektronischen Erfahrungsaustausch zu Mediationsthemen während der COVID-19-Pandemie“ diskutierten die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem zwei zentrale Themenblöcke vor dem Hintergrund der aktuellen Situation.

So ging es um die Frage, welche Folgen die pandemiebedingten Beschränkungen für die Aus- und Fortbildung im Bereich der Mediation haben. Wie kann mit Mediationsausbildungen während der COVID-19-Pandemie umgegangen werden? Können diese – zumindest zeitweise – nur online stattfinden? Hierzu gab es unterschiedliche Stimmen. Ein Großteil sprach sich dafür aus, Online-Mediations-Ausbildungen temporär zu ermöglichen.

Zudem fand ein Erfahrungsaustausch zu Fragen der Aus- und Weiterbildung statt.  In welchem Maße werden oder wurden Ausbildungs- oder Fortbildungslehrgänge digital durchgeführt? Wie sind die Erfahrungen damit? Ist dies eine gleichwertige Alternative zum herkömmlichen Unterricht? Ergeben sich aus den Erfahrungen Chancen für die Zukunft? Viele Rückmeldungen hierzu sahen eine Reihe von Chancen durch hybride Fortbildungen, also durch eine Mischung von Präsenz- und Digital-Fortbildungsformen. Reine digitale Fortbildungslehrgänge sah eine Reihe der Teilnehmenden eher kritisch.

Ein zweiter Block befasste sich mit den Folgen der pandemiebedingten Beschränkungen für die Durchführung von Mediationen. Hierbei wurde neuen Herausforderungen angesprochen, die entstehen, wenn Mediationen digital stattfinden. Zum Beispiel stellen sich hier eine Reihe von methodischen Herausforderungen, aber auch solche in Bezug auf Vertraulichkeit und Datenschutz im Rahmen der Online-Mediation. Allerdings wurden auch viele Chancen identifiziert: Online-Mediationen können die Schwelle für das Format einer „Mediation“ senken, so öffne sich auch ein neues Feld. Darüber hinaus können diese schneller abgeschlossen werden, belasten den Mediator oder die Mediatorin teilweise weniger, verringern den Reiseaufwand erheblich und haben eine größere Chance für eine sachliche Auseinandersetzung. Gerade in den Fällen, wo bereits soziale Beziehungen – zum Beispiel durch ein erstes Präsenz-Treffen – entstanden sind, kann hier sehr gut durch Online-Mediationen weiter gearbeitet werden.

Dr. Martin Köppel, Leiter der Außenstelle Süd und Konfliktberater des KNE, nutzte die Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen der Mediation während der COVID-19-Pandemie zu informieren und kollegial auszutauschen.

Illustration Maske zum Mund- und Nasenschutz

Stärkung der Zusammenarbeit mit den Landesenergieagenturen

Berlin, 12. Mai 2020

Stärkung der Zusammenarbeit mit den Landesenergieagenturen

Eigentlich als Treffen in Dresden geplant, tauschten sich die Landesenergieagenturen, das KNE und die FA Wind in einer Online-Konferenz zur Windenergie aus. Dabei berichteten die Agenturen aus den Ländern, im weiteren Austausch wurden unter anderem die Themen Akzeptanz und Öffentlichkeitsbeteiligung beleuchtet.

Michael Krieger, Geschäftsführer des KNE, stellte das neue KNE-Konfliktberatungskonzept vor. Dabei soll insbesondere der bundesweit agierende KNE-Mediatorenpool stärker vor Ort an die Landeseinrichtungen angebunden werden. Dazu wird das KNE zusammen mit den Mediatorinnen und Mediatoren in individuellen Gesprächen die jeweiligen Bedarfe der einzelnen Landesenergieagenturen erörtern. Darüber hinaus sind gemeinsame Workshops mit Mediatoren und Mediatorinnen aus dem Pool geplant.

Windenergieanlage und Landschaft

Konferenz des Bundesverbandes Windenergie (BWE) – Länderspezial Wind in Baden-Württemberg

Die Konferenz findet digital statt.

Das WebEvent Länderspezial bietet der Windenergiebranche und anderen Akteuren der Energiewende die Gelegenheit mit Politik und Verwaltung ins Gespräch zu kommen, um über politische Weichenstellungen für eine klimafreundliche Zukunft, genehmigungsrechtliche Herausforderungen der Corona-Krise, aktuelle Entwicklungen beim Artenschutz und Windstrom für die Industrie, sprich Grünstromkonzepte aus förderfreien erneuerbaren Energieanlagen, zu diskutieren.

Für das KNE nimmt Martin Köppel an der digitalen Veranstaltung teil.

Es geht nicht vor und nicht zurück?

Berlin, 28. April 2020

Es geht nicht vor und nicht zurück?

Interview mit Michael Krieger, Geschäftsführer, und Elisabeth Hartleb, Referentin für Raumordnung und Planungsrecht im KNE, im Jahrbuch der Mediation 04/2020.

Beim Ausbau von Solar- oder Windparks sind langwierige Streitigkeiten keine Seltenheit. Mangelnde Kommunikation oder sogar falsche Informationen, umstrittene Gutachten oder unzureichende Bürgerbeteiligung können zu Konflikten führen. Wie das KNE bei der Klärung von Konflikten unterstützt, mit welchen Methoden und Angeboten die Mediatoren und Mediatoren des KNE sich den jeweiligen Problematiken annehmen, und vor welchen Herausforderungen und Fragestellungen sie dabei in der konkreten Arbeit vor Ort stehen, erläutern Hartleb und Krieger im Interview „Ausbau der Solar- und Windenergie: Kompetenzzentrum hilft bei Konfliktlösung“ mit dem „Jahrbuch Mediation“.

Was sind die Besonderheiten bei Konflikten im Spannungsfeld Naturschutz und Energiewende und bei der Bearbeitung? Braucht es spezifische Kompetenzen bei der Bearbeitung von Konflikten in diesem Themenfeld? Wie sehen typische „Akteurskonstellationen“ aus? Und wie sieht ganz konkret die Arbeit vor Ort in der Praxis aus?

Krieger und Hartleb sprechen über die Vielfalt der beteiligten Akteure, die Vielschichtigkeit der Konfliktebenen und individuellen Bedürfnisse der Beteiligten. Anhand von Beispielen aus der Praxis geben sie einen Einblick in Konfliktkonstellationen und deren Lösung. Darüber hinaus wird auch auf  die Zusammenarbeit mit den Ländern und die zukünftige Ausrichtung der Konfliktarbeit des KNE vor Ort eingegangen.

Lesen hier den Artikel „Ausbau der Solar- und Windenergie: Kompetenzzentrum hilft bei Konfliktlösung“.

Zwei Ziegenböcke kämpfen