03.12.2024

Neue KNE-Publikation zur Bilanzierung des Kompensationsbedarfs bei Solarparkprojekten

Solarparks haben im Vergleich zu anderen Bauvorhaben sehr spezifische Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild. Zur effizienten und effektiven Handhabung der Eingriffsregelung sind daher entsprechend angepasste Hinweise erforderlich.

Die Publikation „Bilanzierung des Kompensationsbedarfs bei Solarparkprojekten − Spezifische Ländervorgaben für die Eingriffsregelung“ stellt die fachlichen Hinweise zur Erfassung und zur Bewertung des Kompensationsbedarfs für Solarparks aus sechs Bundesländern dar. „Die Bilanzierungsverfahren für Solarparks bzw. die Verfahrensvorschläge sind unterschiedlich und sie werden in der Praxis oft nicht einheitlich angewendet. Dies führt zu einer großen Unsicherheit bei Projektierern“, erläutert Dr. Julia Thiele, Fachreferentin für naturverträgliche Solarenergie und Autorin der Publikation.

Grundgedanke der Eingriffsregelung ist es, die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes zu erhalten. Eingriffe in Natur und Landschaft sind deswegen zu vermeiden oder auszugleichen. Hierzu enthalten die ausgewerteten Länderdokumente Empfehlungen wie zum Beispiel die Begrenzung der Intensität der Flächeninanspruchnahme, Standards für die Gestaltung resp. die Pflege der Anlage oder die Nutzung unempfindlicher Standorte. Die Länder nutzen überwiegend das sogenannte Biotopwertverfahren, um die Wertigkeit von Ausgangs- und Zielbiotop gegenüberzustellen und zu bilanzieren.

Die Dokumente aus den sechs Ländern zeigen, dass bei einer fachlich korrekten Umsetzung der Eingriffsregelung zahlreiche Vorgaben für eine ökologisch hochwertige Gestaltung und Pflege von Solarparks berücksichtigt werden. Je nach Wertigkeit des Ausgangsbiotops reduziert sich dadurch der Bedarf an zusätzlichen Ausgleichsflächen. Insbesondere für personell nicht gut ausgestattete Kommunen stellen die Länderdokumente eine Arbeitserleichterung dar. Auch für Projektierer erhöhen sich Planungssicherheit und -qualität, wenn die „Regeln“ je Bundesland von Anfang an klar formuliert sind.
Die bislang veröffentlichten Leitfäden bieten einen Ausgangspunkt für weitere Bundesländer, einheitliche Standards für die Bilanzierung des Kompensationsbedarfs von Solarparkprojekten zu entwickeln.