Wie gelingt die Klimaneutralität?
Umweltbundesamt (Hrsg.) (2025) Bis 2040 Treibhausgase um mindestens 90 Prozent mindern – So kann es gehen!
Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein – so ist es im Bundesklimaschutzgesetz festgelegt. Wie können wir dieses Ziel erreichen? Ein Papier des Umweltbundesamtes stellt die notwendigen Schritte vor.
Ambitioniertes und entschlossenes Handeln – das ist notwendig, um der Erderwärmung zu begegnen, Treibhausgasemissionen zu senken und die Klimaschutzziele einzuhalten. Das Bundesverfassungsgericht stellte 2021 klar, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht in die Zukunft verschoben werden dürfen. Die Bundesregierung legte im Klimaschutzgesetz verbindliche Emissionsmengen für 2020 bis 2030 fest. Für die Jahre 2031 bis 2040 fehlen jedoch weiterhin Vorgaben.
Das Umweltbundesamt (UBA) füllt diese Lücke und schlägt vor, Treibhausgasemissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Das UBA untermauert diese Forderung in einer Publikation mit konkreten Vorschlägen zur Umsetzung. Schließlich soll Deutschland in knapp 20 Jahren klimaneutral sein.
Von alternativen Proteinquellen bis Wasserstoff
Auf 48 Seiten listet die Veröffentlichung sektorübergreifende Maßnahmen und Instrumente auf und betrachtet auch die einzelnen Sektoren Energiewirtschaft, Verkehr, Industrie, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und Landnutzung. Dabei werden die Zeiträume von heute bis 2030 und von 2030 bis 2040 getrennt betrachtet. Das Abschlusskapitel beschäftigt sich mit langfristigen Negativemissionen, ohne die die gesetzten Klimaziele nicht zu erreichen sind.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind umfangreich: Die Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion auf alternative Proteinquellen und eine Senkung der Emissionen aus der Tierhaltung zählen ebenso dazu wie ein Ende der Erdgasverstromung und die Fertigstellung und Weiterentwicklung des Wasserstoff-Kernnetzes.
Auch die Wiedervernässung von Moorböden wird als zentraler Hebel mit großem Einsparpotenzial vorgestellt. Denn jährlich emittieren organische Böden 50 bis 60 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Im Jahr 2023 machten diese Emissionen, die überwiegend aus entwässerten, landwirtschaftlich genutzten Flächen stammen, rund sieben Prozent der Gesamtemissionen Deutschlands aus. Durch höhere Wasserstände lassen sich diese Emissionen deutlich senken, wofür Anreize und Kompensationen für alternative Nutzungsformen wie Paludikultur notwendig seien.
Quelle: Umweltbundesamt (Hrsg.) (2025) Bis 2040 Treibhausgase um mindestens 90 Prozent mindern – So kann es gehen!, 48 S.