Schutz, Minderung und Kompensation

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Die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen bringen neben der aus Klimaschutzgründen erwünschten Erzeugung von erneuerbarem Strom auch negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft sowie artenschutzrechtliche Konflikte mit sich.

Bei der Planung und Genehmigung von Vorhaben kommt es daher vor allem darauf an, Beeinträchtigungen und Konflikte von vorneherein zu vermeiden bzw. geeignete Schutz- und Minderungsmaßnahmen zu ergreifen.

Hierfür kommen neben der grundlegenden Standortwahl, Maßnahmen zur Verringerung der Flächeninanspruchnahme und damit der Verkleinerung des Eingriffs insgesamt und Maßnahmen in der Bauphase (z. B. Bauzeitenregelungen) und insbesondere bedarfsgerechte bzw. algorithmengesteuerte Abschaltungen zum Einsatz, um das Tötungs- und Verletzungsrisiko von Vögeln und Fledermäusen durch Kollisionen im Betrieb zu verringern.

Erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft, die nicht vermieden werden können, sollen durch Aufwertungsmaßnahmen kompensiert werden. Die dauerhafte Inanspruchnahme von Waldflächen für Anlagenstandorte erfordert in der Regel eine wertgleiche waldrechtliche Kompensation.

Auswirkungen und Konflikte, für die keine Maßnahmen verfügbar sind oder die nicht hinreichend vermindert bzw. gelöst werden können, ziehen eine monetäre Kompensation, d.h. Zahlungen für Vorhabenträger nach sich. Diese Zahlungen sind zweckgebunden für Maßnahmen des Natur- und Landschaftsschutzes bzw. zur Förderung windenergiesensibler Arten einzusetzen.

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Fragen & Antworten

Wie haben sich nach neuesten Erkenntnissen die Bestände der Brutvogelarten entwickelt, die an Windenergieanlagen als kollisionsgefährdet gelten? Welche Rolle spielen bestandsstützende Maßnahmen dabei?

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Wie können Hecken gestaltet und gepflegt werden, um die Artenvielfalt in Solarparks zu fördern und ihre Auswirkungen auf das Landschaftsbild zu minimieren?

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Antikollisionssysteme sind im Bundesnaturschutzgesetz als wirksame Schutzmaßnahme für kollisionsgefährdete Brutvögel beim Betrieb von Windenergieanlagen genannt. Nun sollen auch bei der Bewirtschaftungsabschaltung Detektionssysteme zum Einsatz kommen. Wie unterscheiden sich die eingesetzten Systeme?

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Wie ist das Nationale Artenhilfsprogramm (kurz „nAHP“) entstanden, und welche Ziele werden damit verfolgt? Welche Arten und Maßnahmen können gefördert werden? Wie erfolgt die Finanzierung, und wie ist der Stand der Umsetzung und Weiterentwicklung?

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Ist der Wespenbussard besonders an Windenergieanlagen im Wald kollisionsgefährdet und könnte dies daran liegen, dass die Mastfußgestaltung seinen Bedürfnissen bei der Nahrungssuche entgegenkommt? Welche Schutzmaßnahmen zur Minderung von Kollisionsrisiken sind möglich?

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Beim Einsatz von Antikollisionssystemen (AKS) stellt sich die Frage, ob der Betreiber die Betriebsdauer des Systems so steuern darf, dass die Ertragsverluste durch die Abschaltvorgänge des Systems auf ein bestimmtes Maß begrenzt werden. Darf die zuständige Behörde eine solche Option in Nebenbestimmungen regeln und wie würde eine solche Regelung aussehen.

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Ein Kriterium zur Steuerung von Abschaltungen von Windenergieanlagen zum Fledermausschutz ist die Windgeschwindigkeit. Gibt es fachliche Erkenntnisse dazu, ob die aktuellen Vorgaben bzw. Empfehlungen der Länder, bei welcher Windgeschwindigkeit abzuschalten ist, noch dem Stand der Technik entsprechen?

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Mit welchen Maßnahmen sollen klassische Solarparks nach Empfehlungen der Länder in die Landschaft integriert werden, damit das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion erhalten bleiben?

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Aufgrund der Zumutbarkeitsgrenzen im Bundesnaturschutzgesetz 2022 sind die Zeiträume für Abschaltungen für Vögel begrenzt. Sie decken nicht mehr die gesamte Brut- und Fortpflanzungszeit ab. Welche Phasen gelten als besonders sensibel und gibt es fachliche Vorgaben und weitere Grundlagen für die Wahl artspezifischer Abschaltzeiträume?

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Zur Senkung des Kollisionsrisikos für Vögel und Fledermäuse an Windenergieanlagen (WEA) sieht das Bundesnaturschutzgesetz unterschiedliche Formen der Abschaltung als fachlich geeignete Schutzmaßnahmen vor. Abschaltung bedeutet jeweils, dass der Rotor in den sogenannten „Trudelbetrieb“ versetzt wird. Wie ist dieser eigentlich definiert und mit welcher Rotordrehzahl ist dabei zu rechnen? Wie schnell kann dies erreicht werden und welche Rolle spielt das im Kontext der Anwendung von Antikollisionssystemen als Schutzmaßnahme?

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Unter welchen Voraussetzungen kann der Vorhabenträger bei der Genehmigung von Windenergieanlagen die Leistung jährlicher Ausgleichszahlungen in das nationale Artenhilfsprogramm vermeiden oder verringern und stattdessen Schutzmaßnahmen umsetzen?

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Welche Regelungen gelten für das Anbringen von künstlichen Nisthilfen gemäß § 45b Absatz 7 Bundesnaturschutzgesetz und welche Auswirkungen haben diese Regelungen auf die Praxis?

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In § 45b und in Anlage 2 BNatSchG sind Prozentwerte für zumutbare Ertragsverluste festgelegt, die durch Abschaltungen von Windenergieanlagen entstehen, zum Beispiel wenn ein Antikollisionssystem als Schutzmaßnahme für Vögel eingesetzt wird. Welche Funktion haben diese Werte, und lässt sich daraus – im Sinne einer Deckelung – die Möglichkeit ableiten, abschaltungsbezogene Schutzmaßnahmen in der Betriebsphase unterjährig außer Kraft zu setzen? Und was gilt diesbezüglich bei Genehmigungen in Windenergiegebieten und damit im Anwendungsbereich von § 6 WindBG?

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Inwiefern ist es möglich, bei Abschaltungen von Windenergieanlagen zum Fledermausschutz innerhalb eines Windparks auf durchschnittliche Windgeschwindigkeiten zurückzugreifen, die aus den Einzelwerten der Anlagen im Windpark gebildet werden? Und was ist bei der Einbeziehung weiterer Umweltparameter (Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit) bei der Steuerung von Abschaltungen zu berücksichtigen?

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Können Sie einen Überblick über die Parameter für pauschale Abschaltungen zum Fledermausschutz in den Artenschutzleitfäden der Länder geben? Interessant wären Zeiträume, Temperatur, Windgeschwindigkeit und Niederschlag.

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Welches ist der Mindestabstand zwischen Windenergieanlage und Brutplatz, ab dem Antikollisionssysteme als Schutz- bzw. Minderungsmaßnahmen eingesetzt werden können?

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Welche Rolle spielen die Parameter Niederschlag bzw. Luftfeuchtigkeit bei der Steuerung von Abschaltungen von Windenergieanlagen zum Fledermausschutz? Gibt es wissenschaftliche Grundlagen für die Berücksichtigung dieser Parameter?

 

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Wie ist der Stand hinsichtlich der nationalen Artenhilfsprogramme, die ja im Zusammenhang mit einer beschleunigten Energiewende dazu beitragen sollen, den Erhalt der hierdurch betroffenen Arten zu sichern?

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Wie hoch ist die Zahl der Windenergieanlagen an Land in Deutschland, die mit bzw. ohne nächtliche Abschaltungen zum Schutz von Fledermäusen betrieben werden?

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Wie ist der Kenntnisstand zur Gefährdung von Fledermäusen durch Kleinwindenergieanlagen und wie kann ein effektiver Fledermausschutz an KWEA gewährleistet werden?

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Podcast

#49 mit Dr. Oliver Behr, OekoFor GbR | November 2025 Die Windenergie leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Leider sind Fledermäuse an Anlagen Kollisionsrisiken ausgesetzt. Da Fledermäuse in Deutschland zu den besonders geschützten Arten gehören braucht es Lösungen für dieses Problem. Das Software-Tool ProBat bietet hier Möglichkeiten. Wir haben Dr. Oliver Behr vom Entwicklungsteam gefragt, wie genau ProBat funktioniert. Was lässt sich über Fledermausaktivitäten sagen und wie kann die Wirtschaftlichkeit der Anlagen gewährleistet werden?
#34 mit Kathrin Schwarz (KNE) | Februar 2024 Daten bilden eine wichtige Grundlage für den naturverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien, um Windenergiegebiete auszuweisen und Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen für Arten festzulegen. Welche Daten liegen vor? Wer darf sie nutzen, und wer nicht? Jetzt in Folge 34.
#27 mit Holger Ohlenburg (KNE) | Juni 2023 Im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien findet die Frage, ob Fledermäuse durch Windenergieanlagen gefährdet sind, wenig Beachtung. Wir erläutern den Kenntnisstand über Artenbestand und die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Fledermäuse. Welche Maßnahmen können Fledermäuse schützen und was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen?
#15 mit Holger Ohlenburg (KNE) | Juni 2022 Mit den Beschlüssen der Bundesregierung zum beschleunigten Ausbau der Windenergie ist klar, dass es zum Schutz windenergiesensibler Arten auch bundesweite Artenhilfsprogramme geben wird. Diesbezüglich gilt es, noch etliche Fragen zu beantworten und Herausforderungen zu bewältigen, damit diese ein Erfolg werden können. Wie der aktuelle Stand in den Ländern ist, für welche Arten sie erstellt werden, wie die Programme aussehen, wie sie finanziert und umgesetzt werden und warum Hessen im Kontext von Artenhilfsprogrammen und Windenergie ein Vorreiter
#1 mit Eva Schuster (KNE) | Oktober 2020 Kamera- und Radarsysteme sind heute in der Lage, einzelne Vögel wie etwa den Rotmilan, Seeadler oder Schwarzstorch zu erkennen. Eine vorübergehende Abschaltung könnte künftig Kollisionen vermeiden. Neben dem betriebsbegleitenden Einsatz zur Umsetzung einer ereignisbezogenen Abschaltung, wird zudem der Systemeinsatz zur vorbereitenden Standortbewertung diskutiert.