Fragen & Antworten

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Sie fragen – wir antworten

Das KNE erreichen zahlreiche Anfragen aus der ganzen Bandbreite der Themen der naturverträglichen Energiewende. Wir bearbeiten alle Fragen gewissenhaft und ausführlich, informieren über den aktuellsten Wissensstand und ordnen diesen ein. Wir bieten Hintergrundinformationen und empfehlen weiterführende Literatur.

Zudem erstellt das KNE unterschiedlichste Publikationen für den Wissenstransfer Im Bereich Naturschutz und Energiewende.

Schlagworte: "Fledermäuse" (30 Dokumente gefunden)

30.03.2026 | Stand und Entwicklung von Signifikanzschwellen für Fledermäuse bei Windenergievorhaben | 388

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Welche Schlagopferschwellen für Fledermäuse werden derzeit in den Ländern bei Windenergievorhaben an Land zugrunde gelegt? Wie haben sich die Schlagopferschwellen über die Zeit entwickelt und welche Studien spielten dabei eine maßgebliche Rolle?

! Kurzantwort

Die Leitfäden zum Fledermausschutz der meisten Bundesländer legen derzeit Schlagopferschwellen von weniger als einem bzw. zwei toten Tieren pro WEA und Jahr als Signifikanzschwelle fest. Die Schwellenwertsetzung wurde von den sogenannten RENEBAT-Studien beeinflusst. Darüber hinaus enthält ein Diskussionspapier des BfN von 2024 eine Empfehlung für eine bundesweite Signifikanzschwelle. Die Tendenz in der praktischen Handhabung geht mit zunehmendem Wissenszuwachs in Richtung einer Signifikanzschwelle von unter 1. Ein bundesweit einheitlicher Fachstandard existiert bisher nicht.

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22.01.2026 | Alternative Maßnahmen für den Schutz von Fledermäusen und Vögeln beim Betrieb von Windenergieanlagen | 141

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Gibt es fachlich anerkannte bzw. wirksame Alternativen zur Abschaltung von Windenergieanlagen, um kollisionsgefährdete Brutvogelarten und Fledermäuse zu schützen?

! Kurzantwort

Bei einigen Brutvogelarten können alternativ Ablenkmaßnahmen in Kombination mit einer Senkung der Attraktivität im direkten Anlagenumfeld zum Einsatz kommen. Bei Fledermäusen gelten Abschaltungen von Windenergieanlagen in Deutschland derzeit als einzig wirksame Maßnahme zum Schutz vor Kollisionen. Vergrämungsmaßnahmen gelten bisher sowohl für Vögel als auch für Fledermäuse nicht als hinreichend wirksam, um Kollisionsrisiken dauerhaft zu senken. In Deutschland ist die Vergrämung keine fachlich anerkannte Schutzmaßnahme.

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16.12.2025 | Bestandsentwicklung des Großen Abendseglers und Einfluss der Windenergie | 384

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Wie entwickelt sich der Bestand des Großen Abendseglers (Nyctalus noctula) in Deutschland? Welchen Einfluss hat der Ausbau der Windenergie darauf?

! Kurzantwort

Es gibt Hinweise auf eine negative Bestandsentwicklung des Abendseglers in Deutschland, die sich in der Einstufung in der Vorwarnliste der Roten Liste und in einem ungünstigen Erhaltungszustand nach FFH-Richtlinie niederschlagen. Jedoch existieren aufgrund methodischer Herausforderungen beim Monitoring nach wie vor Kenntnislücken.

Der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) gehört zu den kollisionsgefährdeten Fledermausarten und wird vergleichsweise häufig als Schlagopfer an Windenergieanlagen (WEA) gefunden. Der Einfluss der Windenergie auf die Bestandsentwicklung kann im Verhältnis zu weiteren Gefährdungsfaktoren aber nicht abschließend bewertet werden. Die Vermeidung von Individuenverlusten in der Bau- und Betriebsphase von WEA ist dennoch sowohl aus artenschutzrechtlicher als auch aus populationsbiologischer Sicht von großer Bedeutung. Hierzu dienen insbesondere standortangepasste Abschaltungen während Zeiten hoher Flugaktivität in der Betriebsphase. Ergänzend könnte die Art über Maßnahmen aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm des Bundes gefördert werden. Ansätze für standardisierte, langfristig angelegte Monitoringprogramme sollten weiter ausgebaut werden.

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28.11.2025 | Anzahl Windenergieanlagen mit Abschaltungen zum Fledermausschutz | 279

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Wie hoch ist die Zahl der Windenergieanlagen an Land in Deutschland, die mit bzw. ohne nächtliche Abschaltungen zum Schutz von Fledermäusen betrieben werden?

! Kurzantwort

Diese Frage kann nicht genau beantwortet werden, da Abschaltungen zum Fledermausschutz nicht zentral dokumentiert werden. Das KNE nimmt seit 2020 in Abständen eine überschlägige Schätzung vor. Dabei werden der aktuelle Anlagenbestand, die Entwicklung der Forschung, der gesetzlichen und untergesetzlichen Regelungen zum Fledermausschutz für die Zulassungsebene sowie weitere Studien berücksichtigt. Ende 2024 wurden demnach knapp 11.000 der rund 28.500 WEA mit Fledermausabschaltungen betrieben. Dies sind rund 38 Prozent. Damit wuchsen Zahl und Anteil der Anlagen mit Abschaltungen weiter, allerdings nur langsam. Bleibt das Tempo gleich, kann es noch deutlich mehr als zehn Jahre, vermutlich sogar mehr als 20 Jahre dauern, bis der gesamte deutsche Anlagenbestand nahezu vollständig mit nächtlichen Abschaltungen zum Fledermausschutz betrieben wird.

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27.05.2025 | Parameter Windgeschwindigkeit für pauschale Abschaltungen zum Fledermausschutz | 377

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Ein Kriterium zur Steuerung von Abschaltungen von Windenergieanlagen zum Fledermausschutz ist die Windgeschwindigkeit. Gibt es fachliche Erkenntnisse dazu, ob die aktuellen Vorgaben bzw. Empfehlungen der Länder, bei welcher Windgeschwindigkeit abzuschalten ist, noch dem Stand der Technik entsprechen?

! Kurzantwort

Aktuelle Berechnungen zeigen, dass die derzeit geltenden pauschalen Vorgaben und Empfehlungen der Länder für die Windgeschwindigkeit zur Steuerung von Abschaltungen von Windenergieanlagen zum Fledermausschutz insbesondere an Mittelgebirgsstandorten bei WEA mit großen Rotordurchmessern zum Teil nicht ausreichen dürften, um die derzeit empfohlenen Signifikanzschwellen einzuhalten. Es liegt jedoch in der Zuständigkeit der Länder zu entscheiden, ob die veröffentlichten Ergebnisse geeignet sind, um ihre Vorgaben und Empfehlungen anzupassen. Diese Entscheidung würde vor dem Hintergrund der Kritik der Windenergiebranche am Diskussionspapier von Dietz et al. (2024) sowie anhand einer Abwägung zwischen effektivem Fledermausschutz, dem Ziel eines guten Erhaltungszustands von Fledermauspopulationen sowie dem Erreichen der Klimaschutzziele im Energiesektor erfolgen müssen.

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28.04.2025 | Begrünung des direkten Umfeldes von Windenergieanlagen im Offenland | 375

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Warum erfolgt bei Windenergieanlagen im Offenland in der Regel keine Begrünung des direkten Anlagenumfeldes? Gibt es dafür fachliche Gründe oder gar gesetzliche Hürden? Wäre eine Begrünung nicht auch eine Alternative zur optisch unschönen Schotterung der Flächen?

! Kurzantwort

Auf eine Begrünung WEA-naher Flächen wird verzichtet, um die Anlockwirkung für kollisionsgefährdete Vogel- und Fledermausarten zu minimieren. Die Flächen sollen für diese Arten unattraktiv sein. Dies entspricht dem mit der Schutzmaßnahme „Senkung der Attraktivität von Habitaten im Mastfußbereich“ verfolgten Zweck. Diese Maßnahme gehört zu den fachlich anerkannten Schutzmaßnahmen in Anlage 1 Abschnitt 2 zu § 45b Absatz 1 bis 5 BNatSchG und ist regelmäßig anzuwenden.

In der Praxis werden WEA-nahe Flächen, die zur Errichtung und zu Revisionszwecken in der Betriebsphase dienen, verdichtet und in der Regel geschottert. Dies ist insofern Teil der Schutzmaßnahme und dürfte den Zweck der Senkung der Attraktivität erfüllen. Eine Schotterung der gesamten gesetzlich definierten Maßnahmenfläche dürfte hingegen wenig zielführend und in der Praxis schwer realisierbar sein. Die unattraktive Gestaltung des an die notwendigerweise geschotterten Flächen angrenzenden Bereichs sollte einzelfallspezifisch angepasst werden. Hier sollten zumindest keine zusätzlichen attraktiven Vegetationsstrukturen geschaffen werden.

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31.03.2025 | Vorgaben zu Parametern für pauschale Abschaltungen zum Fledermausschutz in den Ländern | 140

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Können Sie einen Überblick über die Parameter für pauschale Abschaltungen zum Fledermausschutz in den Artenschutzleitfäden der Länder geben? Interessant wären Zeiträume, Temperatur, Windgeschwindigkeit und Niederschlag.

! Kurzantwort

Vorgaben zu pauschalen Abschaltungen von Windenergieanlagen zum Fledermausschutz finden sich mittlerweile in den meisten Bundesländern. Die präsentierte tabellarische Übersicht enthält die Vorgaben der derzeit gültigen Länderleitfäden hinsichtlich der Parameter Jahres- und Nachtzeit, Temperatur, Windgeschwindigkeit und Niederschläge. Je nach Parameter gibt es bei den Vorgaben größere oder kleinere Unterschiede.

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25.04.2024 | Regelung zu künstlichen Nisthilfen | 356

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Welche Regelungen gelten für das Anbringen von künstlichen Nisthilfen gemäß § 45b Absatz 7 Bundesnaturschutzgesetz und welche Auswirkungen haben diese Regelungen auf die Praxis?

! Kurzantwort

Nisthilfen sind eine häufig eingesetzte behördliche oder ehrenamtliche Maßnahme zum Schutz und zur Förderung bestimmter Vogel- und Fledermausarten. Mit dem 2022 eingeführten § 45b Abs. 7 BNatSchG wurde das Anbringen neuer Nisthilfen in ausgewiesenen Windenergiegebieten und im Umkreis von 1.500 Metern um Windenergieanlagen verboten. Damit soll vermieden werden, dass sich bestehende artenschutzrechtliche Konflikte verschärfen oder neue Konflikte hinzutreten können. Das Verbot gilt für jedermann, weshalb Nisthilfen innerhalb des Verbotsbereichs weder als FCS-Maßnahmen im Vorhabenkontext noch im ehrenamtlichen Naturschutz eingesetzt werden dürfen. Das Verbot kann sich zudem auf Schutzgebiete einschränkend auswirken, wenn sich der Verbotsbereich mit einem Schutzgebiet überschneidet und in diesem Bereich neue Nisthilfen nicht mehr als Maßnahmen im Rahmen des Schutzgebietsmanagements genutzt werden können. Der Einsatz als CEF-Maßnahme dürfte nach erster Rechtsprechung von dem Verbot ausgenommen sein, wobei eine höchstrichterliche Klärung durch das Bundesverwaltungsgericht noch abzuwarten ist.

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28.02.2024 | Zumutbarkeit von Ertragsverlusten durch WEA-Abschaltungen in der Betriebsphase | 355

? Frage

In § 45b und in Anlage 2 BNatSchG sind Prozentwerte für zumutbare Ertragsverluste festgelegt, die durch Abschaltungen von Windenergieanlagen entstehen, zum Beispiel wenn ein Antikollisionssystem als Schutzmaßnahme für Vögel eingesetzt wird. Welche Funktion haben diese Werte, und lässt sich daraus – im Sinne einer Deckelung – die Möglichkeit ableiten, abschaltungsbezogene Schutzmaßnahmen in der Betriebsphase unterjährig außer Kraft zu setzen? Und was gilt diesbezüglich bei Genehmigungen in Windenergiegebieten und damit im Anwendungsbereich von § 6 WindBG?

! Kurzantwort

Die Prozentwerte für die zumutbaren Ertragsverluste in § 45b und in Anlage 2 BNatSchG dienen der pauschalen Ermittlung der Zumutbarkeit bzw. Verhältnismäßigkeit der Schutz- bzw. Minderungsmaßnahmen zum Zeitpunkt der Genehmigung einer Windenergieanlage und nicht der fortlaufenden Ermittlung von realen Ertragsverlusten in der Betriebshase. Sie sind nicht als „Deckel“ des Maßnahmenumfangs im Betrieb zu verstehen. Entsprechend berechtigen die Prozentwerte den Betreiber nicht, Antikollisionssysteme oder andere Abschaltmaßnahmen unterjährig zeitlich einzuschränken oder auszusetzen.

 

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24.01.2024 | Auswirkungen von Solarparks auf Fledermäuse | 354

? Frage

Wie ist der Wissensstand zu möglichen Auswirkungen von Solarparks auf die Fledermausaktivität und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen?

! Kurzantwort

Die Qualität der Jagdhabitate von Fledermäusen kann durch Solarparks beeinträchtigt werden. Zu diesem Schluss kommen drei Studien aus England, Ungarn und Frankreich, die eine geringere (Jagd-) Rufaktivität und ein verändertes Flug- sowie Jagdverhalten in den Anlagen ermittelten.

In England wurde in 19 Solarparks und deren Randbereichen die Fledermausaktivität anhand aufgezeichneter Rufsequenzen quantifiziert. Einige der untersuchten Arten bzw. Artengruppen zeigten eine geringere Rufaktivität in den Anlagenstandorten. In Ungarn wurden akustische Aufnahmen in 15 Solarparks und umliegenden Standorten gemacht. Aus den Ergebnissen wurde abgeleitet, dass sie suboptimale Lebensräume darstellen. In Frankreich wurde das Flug- und Jagdverhalten räumlich und akustisch untersucht: Fledermäuse überflogen die Anlagen schneller, geradliniger und die Wahrscheinlichkeit von Jagdrufen war geringer. Die Autoren schlussfolgern eine verminderte Jagdhabitatqualität. Der Forschungsbedarf ist weiterhin groß.

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