Aktuelles aus Ländern und Forschung
Mecklenburg-Vorpommern
Landtag verabschiedet Klimagesetz
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern (Meldung NDR) hat Anfang Juni 2026 das lange angekündigte Klimaschutzgesetz beschlossen. Das Gesetz legt das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 fest und verpflichtet das Land, Klimaschutzpläne mit sektoralen Minderungszielen zu entwickeln. Ursprünglich war Klimaneutralität bereits für 2040 vorgesehen. Ein zentraler Streitpunkt war der Moorschutz. Die zunächst geplante verpflichtende Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moore bis 2045 wurde nach Protesten aus der Landwirtschaft gestrichen und durch freiwillige Maßnahmen ersetzt. Umweltverbände kritisieren die Abschwächung, da entwässerte Moore als bedeutende Treibhausgasquelle gelten. Die Landesregierung bewertet das Gesetz hingegen als wichtigen Rahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung. Opposition und Umweltverbände bemängeln fehlende Verbindlichkeit und unzureichende Maßnahmen zur Zielerreichung.
Forschung
Regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien
Ein Gutachten des Berlin-Instituts, des IÖW und des IW Consult zeigt, dass der Ausbau von Windenergie und Photovoltaik erhebliche regionale Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte auslöst. Im Jahr 2023 entstanden bundesweit rund 10 Milliarden Euro an direkter Wertschöpfung, davon verblieben etwa 4,4 Milliarden Euro in den Standortregionen. Bis 2033 könnten die direkten Wertschöpfungseffekte auf rund 21 Milliarden Euro steigen, davon mehr als 10 Milliarden Euro regional wirksam. Zudem werden positive Effekte auf Beschäftigung, kommunale Einnahmen, Unternehmensansiedlungen und die lokale Infrastruktur festgestellt. Fallstudien aus fünf Kommunen zeigen, dass Einnahmen aus erneuerbaren Energien Investitionen in Daseinsvorsorge, Vereine und öffentliche Infrastruktur ermöglichen können. Die Studie empfiehlt, kommunale Beteiligungs- und Eigentumsmodelle zu stärken sowie Beratungs- und Förderangebote auszubauen, um regionale Wertschöpfungspotenziale besser zu erschließen.