Aktuelles aus Bund, Ländern und Verbänden
BUND
Gesetz zur Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie in den Bereichen Windenergie auf See und Stromnetze
Am 22. Dezember 20025 ist das Gesetz zur Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie (RED III) für Windenergie auf See und Stromnetze in Kraft getreten. Das Gesetz setzt die planungs- und genehmigungsrechtlichen Vorgaben der EU-Erneuerbaren-Richtlinie RED III für die Bereiche Windenergie auf See und Stromnetze um. Vorgesehen ist unter anderem die Ausweisung von Beschleunigungsflächen für Windenergie auf See sowie von Infrastrukturgebieten für Übertragungs- und Verteilnetze einschließlich Offshore-Anbindungsleitungen. Für diese Flächen und Gebiete gelten vereinfachte Zulassungsverfahren, um Genehmigungen schneller, effizienter und rechtssicher zu erteilen. Zudem wird die Verordnungsermächtigung in der Ladesäulenverordnung angepasst.
Thüringen
Erweiterung der wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten von Thüringen Forst im Bereich erneuerbarer Energien
Das Thüringer Gesetz zur Weiterentwicklung der Landesforstanstalt und zur waldbedrohenden Frostschutzsituation erweitert die wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten von Thüringen Forst und schafft zugleich klare strukturelle Vorgaben. Die Landesforstanstalt kann künftig Geschäfte zur Erzeugung erneuerbarer Energien tätigen und dadurch zusätzliche Einnahmen erzielen, etwa durch die Verpachtung von Flächen oder den Betrieb eigener Anlagen wie Holzheizkraftwerke oder Windenergieanlagen. Die zusätzlichen Mittel sollen insbesondere in den Umbau, die Wiederaufforstung und die Pflege klimaresilienter Wälder fließen. Die Errichtung von Windenergieanlagen ist dabei ausschließlich auf Flächen zulässig, die im Rahmen der Regionalplanung durch kommunale Bauleitplanung ausdrücklich für diesen Zweck vorgesehen sind. Die Entscheidung liegt bei den Kommunen. Für in Anspruch genommene Flächen ist eine überproportionale Wiederaufforstung als Kompensation vorgesehen. Darüber hinaus ermöglicht das Gesetz finanzielle Ausgleichsleistungen des Landes, etwa bei Schäden durch Extremwetterereignisse, erlaubt den Aufbau höherer Rücklagen und hebt eine bisher bestehende Begrenzung bei der Kreditaufnahme auf.
Verbände & Gesellschaft
Photovoltaik überholt Braunkohle und Erdgas bei Stromerzeugung in Deutschland
Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) teilt mit, dass Photovoltaik Braunkohle und Erdgas bei der Stromerzeugung in Deutschland überholt. Im Jahr 2025 erzeugten die mehr als 5,5 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland rund 87 Terawattstunden Strom, 15 Terawattstunden mehr als 2024 und erneut ein Höchstwert. Damit stieg der Anteil der Solarenergie an der heimischen Stromerzeugung von 14 auf rund 18 Prozent und überholte Braunkohle (14 %) sowie Erdgas (16 %), wodurch Photovoltaik zur zweitwichtigsten Energiequelle nach Windenergie (27 %) wurde.
Die eingespeiste Strommenge aus PV-Anlagen stieg laut Bundesnetzagentur um 17,3 Prozent auf 74,1 Terawattstunden, der Eigenverbrauch wuchs unter anderem durch private Stromspeicher. Das Ausbauvolumen neuer Anlagen blieb mit 17,5 Gigawatt im Jahr 2025 auf Vorjahresniveau und reicht nicht aus, um das gesetzliche Ziel für 2030 zu erreichen. Insgesamt stieg der Anteil erneuerbarer Energien an der eingespeisten Strommenge in Deutschland auf 58,8 Prozent, basierend auf der realisierten Stromerzeugung im allgemeinen Versorgungsnetz.
Recycling von Windenergieanlagen steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen
Beim Recycling von Windenergieanlagen bestehen nach Angaben der Fachagentur Wind und Solar weiterhin wirtschaftliche Hürden. Besonders das Recycling von Rotorblättern aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) rechnet sich aktuell nur eingeschränkt, da neue Glasfasern günstiger herstellbar sind. Ab den 2030er Jahren werden zudem Rotorblätter mit kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) anfallen, für die es bislang keine wirtschaftlich tragfähigen, skalierten Recyclingverfahren gibt. Innovative Methoden und alternative Materialsysteme befinden sich derzeit in Forschungsprojekten. Ende 2025 war ein Drittel der rund 29.000 installierten Windenergieanlagen älter als 20 Jahre.