Aktuelles aus Bund, Ländern und Gesellschaft
BUND
Erneuerbare Energien in Zahlen
Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz initiierte Publikation „Erneuerbare Energien in Zahlen – Nationale und internationale Entwicklung“ analysiert den Stand der erneuerbaren Energien in Deutschland, der EU und weltweit für das Jahr 2024. Datengrundlage sind überwiegend Auswertungen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat). In Deutschland stieg demnach der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch 2024 auf 54,1 Prozent (+4 Prozent gegenüber dem Vorjahr), die Stromerzeugung erreichte 286 Terawattstunden. Im Wärmesektor nahm die Nutzung auf 192 Terawattstunden zu (17,8 Prozent des gesamten Wärmeverbrauchs), während der Anteil im Verkehr infolge eines rückläufigen Biodieselabsatzes von 7,6 auf 7,3 Prozent sank. Insgesamt wurden 258,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden. Die Investitionen beliefen sich auf 33 Milliarden Euro und erreichten damit den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erhebungen. Mit Blick auf das Ziel, bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zu erreichen, werden Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, ein stärker marktorientiertes Förderregime mit Fokus auf Direktvermarktung sowie der Ausbau der Wasserstoffwirtschaft als zentrale Handlungsfelder benannt.
Bayern
Bayern treibt den Ausbau der Erneuerbaren Energien erfolgreich voran
Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie informiert über den Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern (PM 10.02.2026) . Im Jahr 2024 erreichte demnach deren Anteil an der Stromerzeugung über 75 Prozent, was deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von unter 60 Prozent liegt. Energieminister Hubert Aiwanger hebt hervor, dass Bayern in den Bereichen Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse führend sei und auch beim Windenergieausbau Fortschritte mache. Die Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen seien in Bayern schnell, was durch effiziente Behörden und gezielte Förderprogramme unterstützt wird.
Trotz dieser Erfolge gebe es Bedenken hinsichtlich der bundesweiten Entwicklungen, insbesondere bei der Windenergie, wo viele Projekte keine Zuschläge erhielten. Bayern fordert daher eine Sonderausschreibung für Windenergie und eine Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, um den Ausbau zu sichern.
Gesellschaft
Sachverständigenrat für Umweltfragen warnt vor Absenkung von Umweltstandards bei Beschleunigungsinitiativen
In einem Politikimpuls „Infrastrukturausbau nicht auf Kosten von Natur und Umwelt beschleunigen“ vom 17. Februar2026 bewertet der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) mehrere Vorhaben zur Beschleunigung des Infrastrukturausbaus kritisch. Hintergrund sind unter anderem das geplante Infrastruktur-Zukunftsgesetz, Änderungen am Umweltrechtsbehelfsgesetz sowie die beschlossene Föderale Modernisierungsagenda. Der SRU erkennt die Beschleunigung von Planungs- und Zulassungsverfahren grundsätzlich als wichtig an, warnt jedoch vor substanziellen Abstrichen beim Umwelt- und Naturschutz. Vorgesehene Vorrangregelungen für Verkehrsvorhaben könnten Umweltbelange in Abwägungsprozessen systematisch schwächen. Auch die geplante Änderung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung für bestimmte Bundesprojekte wird abgelehnt. Der Vorrang der Realkompensation solle erhalten bleiben. Kritisch bewertet der SRU zudem die beabsichtigten Änderungen im Umweltrechtsbehelfsgesetz und sieht keine empirische Grundlage für die Annahme, Verbandsklagen stellten ein wesentliches Hemmnis für Infrastrukturvorhaben dar.