Aktuelles aus Bund & Forschung
Einschätzung des Umweltbundesamtes
Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045
Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes (UBA) kann Deutschland das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 weiterhin erreichen, sofern die Klimaschutzziele bis 2030 konsequent verfolgt und die Klimaschutzpolitik bis 2040 ambitioniert fortgeführt werden. Eine Emissionsminderung von über 90 Prozent gegenüber 1990 wird als möglich eingeschätzt und läge damit über den bisherigen Vorgaben des Bundes-Klimaschutzgesetzes. Entscheidend sei die Dekade zwischen 2030 und 2040, in der frühzeitig verbindliche Zielkorridore und weiterentwickelte gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich seien. Zentrale Handlungsfelder sind der Ausstieg aus fossilen Energieträgern, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Prozessen, der Netzausbau sowie der Hochlauf einer grünen Wasserstoffwirtschaft. Ergänzend kommt dem Aufbau und der Stärkung natürlicher und technischer Kohlenstoffsenken, insbesondere im Landnutzungssektor, eine wesentliche Rolle zu.
ZSW und BDEW
Erneuerbare Energien decken 2025 fast 56 Prozent des Bruttostromverbrauchs
Erneuerbare Energien haben 2025 nach vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) knapp 56 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt und damit ihren Anteil gegenüber 2024 leicht erhöht. Rückgänge bei Windenergie und Wasserkraft infolge ungünstiger Witterung wurden durch einen starken Zubau und eine deutlich höhere Stromerzeugung aus Photovoltaik ausgeglichen. Die Solarstromproduktion stieg um 18,7 Prozent, während Wind an Land trotz höherer installierter Leistung aufgrund eines sehr windschwachen ersten Quartals geringere Erträge verzeichnete. Die Wasserkrafterzeugung ging infolge niedriger Niederschläge deutlich zurück. Insgesamt nahm die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen leicht zu, der Bruttostromverbrauch war gegenüber dem Vorjahr geringfügig rückläufig.