02.12.2025

Moor-PV, Bürgerenergie und mehr Ökologie in Solarparks

Austausch beim KNE-Forum „Naturverträgliche Solarparks“

Moor-PV, Bürgerenergie und Kooperationen zwischen Naturschutz und Energieunternehmen zur ökologischen Aufwertung von bestehenden Solarparks waren Themen des aktuellen KNE-Forums „Naturverträgliche Solarparks“. Am 27. November fand die 12. Ausgabe des Formats statt. Die Agenda wurde wie gewohnt von den unterschiedlichen Akteuren des naturverträglichen Solarausbaus mitgestaltet. Die 50 Teilnehmenden diskutierten intensiv und verständigten sich über verschiedene Perspektiven hinweg.

Mit ihrem Impulsvortrag über „Planerische und rechtliche Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung von Moor-PV-Projekten“ griff Prof. Dr. Sabine Schlacke von der Universität Greifswald gleich zu Beginn einen Aspekt auf, der viele Akteure aktuell bewegt. Die Wissenschaftlerin, die auch Mitglied des KNE-Beirats ist, erklärte, dass es bei Moor-PV-Vorhaben noch viele offene rechtliche Fragen gebe. Besonders herausfordernd: Auf der Ebene der Zulassungsbehörden seien die Wiedervernässung von Moorböden und die Errichtung von Solaranlagen zwei unterschiedliche Verfahren, die nicht miteinander vernetzt sind. Daraus ergeben sich für alle Beteiligten große Herausforderungen und Unklarheiten – und der dringende Wunsch nach einer gesetzlichen Nachbesserung . Gemeinden sollten ihr Planungsermessen beim Bau von Moor-PV stärker naturschutzfachlich ausrichten.

Auf Zusammenarbeit setzen

Katharina Habersbrunner, Vorständin des Bündnis Bürgerenergie e. V. und Vorsitzende der Bürgerenergiegenossenschaft BENG eG, gab praktische Einblicke in Bürgerenergieprojekte. Sie erklärte, dass es gerade bei diesen lokal gut verankerten Vorhaben oft einen größeren Spielraum für die naturverträgliche Gestaltung und Pflege gebe. Denn Bürgerenergiegenossenschaften verfolgten neben den wirtschaftlichen oft auch soziale und ökologische Ziele. Gewinnmaximierung sei häufig nicht oberste Priorität.

Eine eher ungewöhnliche Kooperation stellte Christian Hoffmann vom NABU Weißwasser vor. Seit einem Jahr arbeiten der Naturschutzverband und das Unternehmen „naturstrom“ auf Initiative des Betreibers zusammen, um den 2013 gebauten Solarpark Nochten ökologisch aufzuwerten. Die Voraussetzungen dafür sind schwierig: Die Reihenabstände zwischen den Modulen sind gering, die Tiefe der Modultische hoch. Es gibt nur wenig nicht überbaute Fläche in der Anlage, die insgesamt mit einer Standardgrasmischung eingesät wurde. Begleitet von einem Monitoring von Flora und Fauna setzt der NABU demnächst zahlreiche Maßnahmen um, um mehr Biodiversität auf die Fläche zu bekommen: Artenreiches Grünland einsäen, Sträucher pflanzen, Benjeshecken, Nisthilfen und Reptilienhabitate anlegen – all das gehört zu den geplanten Maßnahmen.

Wie die Ergebnisse am Ende aussehen, ist allerdings offen, betont Christian Hoffmann. Wenn es gelingt, die Biodiversität auf den Flächen zu steigern und mehr Lebensräume für Ackerkräuter, Insekten oder Vögel zu schaffen, könnte das Vorgehen eine Blaupause für weitere Solarparks sein.

Das KNE-Forum „Naturverträgliche Solarparks“

Offener Austausch, Vernetzung und Raum für fruchtbare oder auch kritische Diskussionen – mit diesen Zielen lädt das KNE Akteure aus Naturschutzorganisationen und -behörden, der Solarbranche, Bundes- und Landesministerien, Energieagenturen, Landwirtschaftsverbänden und der Wissenschaft zum KNE-Forum ein. Die Plattform bietet einen geschützten Rahmen, um über wichtige Entwicklungen und Chancen, aber auch Hemmnisse und Hürden miteinander zu kommunizieren und eigene Impulse einzubringen. Das Forum findet zweimal im Jahr und auf Einladung statt.

Mehr zum Thema