11.07.2025

Detektion von Bewirtschaftungsereignissen um Windenergieanlagen

Um das Kollisionsrisiko für Brutpaare bestimmter Vogelarten zu senken, können Windenergieanlagen bei landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsereignissen abgeschaltet werden. Diese Bewirtschaftungsabschaltung ist als eine der möglichen Schutzmaßnahmen im Naturschutzrecht als „allein wirksame“ Maßnahme zur Senkung eines signifikant erhöhten Kollisionsrisikos für bestimmte Vogelarten, unter anderem den Rotmilan, genannt. Um eine zuverlässigere Bewirtschaftungsabschaltung zu gewährleisten, können Detektionssysteme, die den Bewirtschaftungsvorgang registrieren, eingesetzt werden.

Das KNE lud am 8. Juli zur Veranstaltung „Detektion von Bewirtschaftungsereignissen um Windenergieanlagen“ ein und gab rund 200 Interessierten, die in Genehmigungsprozesse von Windenergieprojekten involviert sind, einen Überblick über das Thema.

Dr. Elke Bruns, Leiterin der Fachinformation im KNE, wies einführend darauf hin, worin die Unterschiede zur Schutzmaßnahme „Antikollisionssysteme“ bestehen. Solange die Abschaltung weiterhin manuell erfolge, seien Kameras oder GPS-Tracker lediglich technische Hilfsmittel. Erst bei automatischer Erfassung und Abschaltung käme es darauf an, dass diese die Systeme bestimmte Anforderungen erfüllen. Saskia Harendt, Fachreferentin Artenschutz Onshore-Windenergieanlagen im KNE, informierte unter anderem über den Stand des Wissens, über die technischen Möglichkeiten der Detektion und den Entwicklungsstand verschiedener Systeme und darüber, worauf es bei der Erfassung von Bewirtschaftungsereignissen ankommt.

Dr. Frank Musiol, ZSW, der das in diesem Jahr begonnene FuE-Projekt „Machbarkeit der Detektion von Bewirtschaftungsereignissen an Windenergieanlagen“ leitet, erläuterte die Ziele des Projektes und lud interessierte Systementwickler und -anbieter ein, sich bei der Erarbeitung von Standards für den manuellen und den automatisierten Einsatz von Detektionssystemen einzubringen.

Informationsbedarf und Interesse sind groß

Im anschließenden Austausch erörterten die Teilnehmenden offene Fragen und mögliche Chancen und Risiken hinsichtlich des Einsatzes automatisierter Detektionssysteme. Die Chancen, dass mit Detektionssystemen die Zuverlässigkeit der Abschaltung erhöht werden kann, wurden grundsätzlich als hoch eingestuft.

Die Teilnehmenden interessierte insbesondere, ob es bereits allgemein anerkannte Systeme sowie Erfahrungen und Auswertungen von längeren Anwendungszeiträumen gibt. Auch Fragen zu Kosten und Wirtschaftlichkeit sowie zur Anerkennung von Detektionssystemen wurden diskutiert.

Das KNE wird sich weiterhin an der Entwicklung von Regelungen und Standards für die Bewirtschaftungsabschaltung beteiligen. Eine Publikation mit dem in der Veranstaltung vorgestellten Stand des Wissens wird in Kürze veröffentlicht. Die Fortschreibung einer Systemübersicht für die die Bewirtschaftungsdetektion ist in Erarbeitung.

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