Das KNE auf Tour in der Uckermark
KNE informiert sich über naturverträgliche Erneuerbare-Energien-Projekte von Enertrag
Eine Delegation des KNE fuhr Ende Mai in die Uckermark nach Dauerthal und besuchte das Unternehmen Enertrag. Vor Ort machte sich das Team ein Bild vom Energiecampus und informierte sich über Projekte und Aktivitäten des Unternehmens, die den Ausbau der erneuerbaren Energien und Maßnahmen für den Natur- und Artenschutz in der Region zusammenbringen.
Auf dem Energiecampus gaben Benjamin Acksel (Fachplaner Fauna) und Annette Reisch (Referentin Umwelt- und Planungsrecht) einen Überblick über die Bandbreite der Aktivitäten. Sie berichteten zunächst über das rund 40 × 40 Kilometer umfassende Verbundkraftwerk. Es erzeugt Strom aus Wind, Sonne, grünem Wasserstoff und Wärme. Eine Wasserstoffrückverstromung und Batteriespeicher stabilisieren das Stromnetz. Darüber hinaus stellten sie verschiedene Maßnahmen im Bereich Natur- und Artenschutz zur Realkompensation in der Region vor. Dazu gehören etwa verschiedene Waldaufforstungen, die Anlage von Streuobstwiesen, die Wiedervernässung eines Durchströmungsmoores, die Installation von Fledermausquartieren und Storchennestern und der Bau eines Flussseeschwalbenpontons für den Grünberger See.
Einen beeindruckenden und außergewöhnlichen Praxiseinblick gab es dann in der Leitwarte auf dem Campus. Leiter Andreas Grüning gab dem KNE einen beeindrucken Einblick in das komplexe System der Leitwarte Dauerthal zum Monitoring von rund 1.100 Windenergieanlagen, die dort kontinuierlich überwacht werden. Leistung, Betrieb, Störungen und Wartungen werden hier erfasst und betreut. Einen schönen Abschluss bot der Panoramablick vom Dach.
Projekte vor Ort
Vom Campus aus ging es zum Windwärmespeicher in Nechlin. Dieser beheizt rund 35 umliegende Häuser. Die nahegelegenen Windenergieanlagen des Windfeldes Nechlin erzeugen jährlich etwa 70 Millionen Kilowattstunden Strom. Dazu wird der Teil des Windstroms genutzt, der nicht sinnvoll über das Stromnetz weitergeleitet werden kann, erklärte Jörg Müller, Firmengründer und Vorstandsvorsitzender von Enertrag. Der Windwärmespeicher kann bis zu einer Million Liter Wasser fassen, das Aufheizen des Speichers erfolgt in kürzester Zeit. Er gibt dann seine Energie je nach Bedarf an das örtliche Wärmenetz ab.
Weiter ging es in einen kleineren Solarpark, der zeitnah in Betrieb genommen wird. Direkt im Solarpark werden verschiedene Kompensationsmaßnahmen vorgenommen. Die beweglichen Module stehen etwas weiter auseinander, so dass Sonne und Niederschlag auf die Fläche treffen können. Zwischen den Reihen wird Hafer gepflanzt, Aussaaten in den Seitenbereichen, Lesesteinhaufen und Nistmöglichkeiten für Schwalben bieten Nahrung und Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Letzte Station war schließlich der Besuch einer Fischtreppe am ehemaligen Standort der Lemmersdorfer Mühle. Um 1300 errichtet, wurden Mühle und Wohnhaus 2009 abgetragen, weil Einsturzgefahr bestand. Im Zuge der Renaturierung wurden hier als Realkompensation über den Ablauf des Flusses Köhntop eine Brücke mit einem Unterlaufwehr und ein Fischpass für Kleinstfische und Forellen angelegt. Damit wird die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers gesichert, berichtete Benjamin Acksel, Fachplaner Fauna und unser Begleiter während des gesamten Tages.
Kommunikation als Schlüssel
Alle Projekte eint, dass hier frühzeitig der offene Dialog mit den Kommunen, Naturschutzakteuren und weiteren Beteiligten gesucht wurde. Dieses Vorgehen hat sich bewährt und wird auch in Zukunft beibehalten werden, um Maßnahmen umzusetzen, die auch im Sinne der Gemeinden vor Ort sind.
Danke an das Team von Enertrag, das sich viel Zeit genommen und einen sehr informativen und abwechslungsreichen Tag für uns zusammengestellt hat.





