Lückenloses Schlagopfermonitoring durch technische Systeme?

Berlin, 21. August 2019

Lückenloses Schlagopfermonitoring durch technische Systeme?

Das KNE arbeitet umfassend zu Detektionssystemen zur Verminderung von Vogelkollisionen an Windenergieanlagen. Im Zuge dessen aktualisiert das KNE momentan die KNE-Synopse zu technischen Erfassungssystemen und verfolgt Weiterentwicklungen und Ansätze rund um das Thema. Vor diesem Hintergrund stellten Vertreter einer in Polen ansässigen Entwicklungsfirma den aktuellen Entwicklungsstand des Systems B-Finder im KNE vor und diskutierten mit Dr. Elke Bruns und Holger Ohlenburg von den Fachinformationen über Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung des Systems in Deutschland.

Das System „B-Finder“ ist darauf ausgerichtet, auftretende Kollisionsereignisse von Fledermäusen und Vögeln an Windenergieanlagen (WEA) zu identifizieren. Der seit gut 1,5 Jahren im Test befindliche Prototyp besteht aus 36 Infrarotkameras, die auf drei Ebenen am Turm der WEA installiert werden. Damit wird ein Erfassungsbereich von 360 Grad um die Anlage ermöglicht. Eine Kombination mit Taglichtkameras und weiteren Sensoren befindet sich noch in der Entwicklung.

Registrieren die Kameras ein sich vertikal durchs Bild bewegendes Objekt, entscheidet ein Software-Algorithmus (unter Berücksichtigung von Größe und Geschwindigkeit des Objektes), ob es sich um eine kollidierte Fledermaus oder einen kollidierten Vogel handeln könnte. Ein Gutachter sichtet das Videomaterial und veranlasst, dass das Kollisionsopfer identifiziert und geborgen wird. Mit Hilfe der Systemdaten und eines GPS-Gerätes kann die Suche zielgerichtet und zeitsparend durchgeführt werden, selbst bei dichter und höherer Vegetation. Das System könnte ein lückenloses Schlagopfer-Monitoring an WEA für Vögel ab einer Größe von 15 cm (Körper) und Fledermäuse ermöglichen. Über die Auswertung der Daten könnte die absolute Zahl an Kollisionsereignissen bestimmt werden. Eine Artdifferenzierung durch das System selbst ist nicht möglich – diese erfolgt im Rahmen der Kollisionsopfersuche.

Die Entwickler haben an einem Teststandort in Polen nach eigenen Aussagen bereits mehr als 800 Tests mit Kunststoffobjekten, die aus einer Drohne abgeworfen werden, vollzogen. Die Ergebnisse sollen veröffentlicht werden. Eine Validierung durch unabhängige Gutachter steht noch aus.

Mehr zum Thema:

Windenergieanlagen von Mylene auf Unsplash.

Ist der wirklich aus Eis?!

Berlin, 17. und 18. August 2019

Ist der wirklich aus Eis?!

Das KNE präsentierte sich mit einem vielfältigen und interaktiven Stand anlässlich des Tages der offenen Tür am 17. und 18. August im Lichthof des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Unter der Überschrift „Naturschutz und Energiewende – geht das?“ konnten sich die Besucher und Besucherinnen einen Überblick über die Arbeit und Angebote des KNE verschaffen. Bereits zum 21. Mal öffneten das Bundeskanzleramt und die Bundesministerien ihre Türen für die interessierte Öffentlichkeit.

#esschmilzt

Der Eisbär am KNE-Stand war DIE Attraktion. Das Erstaunen über den Eisbären aus Eis war ebenso groß, wie die Faszination, die der schillernde Bär hervorrief. Hergestellt von einem Berliner Künstler und angestrahlt in unterschiedlichen Farben konnte dem Bären im Verlauf des Tages beim Schmelzen zugeschaut werden. Neben der Begeisterung für die Schönheit der Skulptur löste dieser Anblick bei vielen Besuchern und Besucherinnen Beklommenheit und Betroffenheit aus, symbolisierte dieser Effekt doch die Auswirkungen des Klimawandels für den Menschen und für die Natur.

Eine naturverträgliche Energiewende ist möglich

Auch die Bundesumweltministerin Svenja Schulze zeigte sich bei ihrem Besuch des KNE-Standes vom Eisbären beeindruckt. Mit Dr. Torsten Raynal-Ehrke, Direktor des KNE, betonte sie im kurzen Austausch, dass die Umsetzung einer naturverträglichen Energiewende machbar ist und weiter vorangetrieben werden muss. Das KNE leiste hier mit seiner Arbeit und seinen Angebote einen wichtigen und zielführenden Beitrag.

Schreibmaschine, Solarpanel und Fledermaus

Mit einer Installation aus verschiedenen Alltagsdingen, die früher alle mechanisch funktionierten und heute größtenteils in den Haushalten strom- oder batteriebetrieben vorkommen und weiteren Gegenständen zum Thema erneuerbare Energien und Naturschutz veranschaulichten wir den zunehmend gesteigerten Energiebedarf und die Notwendigkeit des Ausbaus der erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes. Im Gespräch informierten sich die Besucher und Besucherinnen über die Zusammenhänge im Spannungsfeld Naturschutz und Energiewende.

48,9 Prozent

Das war die richtige Antwort auf die Frage „Wie hoch war der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Juni 2019?“ beim KNE-Quiz. Verschiedene Fragen rund um das Thema Naturschutz und erneuerbare Energien veranschaulichten die Zusammenhänge und Herausforderungen und waren häufig der Auftakt zu einem längeren Austausch und Gespräch mit den Interessierten. Zu gewinnen gab es praktische Kleinigkeiten für den alltäglichen Gebrauch, wie beispielsweise einen Kaffeebecher für unterwegs, hergestellt aus altem Kaffeesatz oder wiederverwendbare Edelstahltrinkhalme zur Vermeidung von Plastikmüll. Alle Gewinne zeichneten sich durch ein nachhaltiges und umweltfreundliches Produktdesign aus und zeigten, wie man auch mit kleinen Dingen einen Beitrag zum Erhalt von Umwelt und Klimaschutz leisten kann.

Jeder kann einen Beitrag leisten

Eine Stimmungsabfrage zeigte, dass die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits im eigenen Alltag einen Beitrag zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz leisten. Sei es durch Energiesparmaßnahmen, die Vermeidung von Plastik- und Verpackungsmüll oder den Umstieg auf einen Energieversorger, der Strom aus erneuerbaren Energien anbietet.

Ein gelungener Auftritt

Das vielfältige und interaktive Angebot stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse und positive Resonanz. Mit unseren informativen und unterhaltsamen Angeboten für die ganze Familie konnten wir auf anschauliche und spielerische Weise die Zusammenhänge und die Herausforderungen einer naturverträglichen Energiewende veranschaulichen und Wissen rund um die Energiewende vermitteln. In den vielen Gesprächen zeigte sich erfreulicherweise, dass der Einsatz und Ausbau der erneuerbaren Energien befürwortet wird. Wir bedanken uns beim BMU und allen Besucherinnen und Besuchern für die gelungene Veranstaltung.

Das Angebot des KNE:

Eine kleine Fotogalerie finden Sie unten auf dieser Seite unter dem Beitrag.

Treffen Sie das KNE am Tag der offenen Tür im Bundesumweltministerium

Berlin, 5. und 6. Juni 2019

Treffen Sie das KNE am Tag der offenen Tür im Bundesumweltministerium

Am 17. und 18. August 2019 öffnen das Bundeskanzleramt und die Bundesministerien bereits zum 21. Mal ihre Türen für die interessierte Öffentlichkeit.

Naturschutz und Energiewende – geht das? Was steckt dahinter? Welche Konflikte entstehen im Rahmen einer naturverträglichen Energiewende? Was sind die Aufgaben des KNE? An wen richten sich die Angebote? Wie das KNE arbeitet und interessante Fakten zum Thema präsentieren wir am 17. und 18. August von 10:00 bis 18:00 Uhr im Lichthof des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Berlin an unserem Informationsstand.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch und tauschen Sie sich mit uns über die Herausforderungen im Spannungsfeld Naturschutz und erneuerbare Energien aus. Informieren Sie sich über unsere Angebote und Tätigkeitsfelder.

Mit informativen und unterhaltsamen Angeboten für die ganze Familie wollen wir darüber hinaus auf spielerische Weise die Zusammenhänge und die Herausforderungen einer naturverträglichen Energiewende veranschaulichen und Wissen rund um die Energiewende vermitteln. Erfahren Sie unter anderen beim Bilderraten, wie Naturschutz und Energiewende miteinander vereinbar und welche Herausforderungen zu bewältigen sind, und testen Sie in einem Quiz Ihr Wissen rund um das Thema. Schauen Sie bei uns am Stand vorbei, wir freuen uns auf Sie.

Weitere Informationen zur Veranstaltung.

Das Angebot des KNE:

Was blüht uns da?

Berlin, 8. August 2019

Was blüht uns da?

Der Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Biogaserzeugung ist Teil unserer Kulturlandschaft. Vielerorts dominiert dabei der Maisanbau. Auch wenn der Anbau von Biomasse durch Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz gebremst wurde: Biogasanlagen werden aufgrund von Fördergarantien über 2030 hinaus betrieben werden. Markus Hemker vom KNE beleuchtet in seinem Artikel im diesjährigen KNE-Jahrbuch K19 das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Der Anteil der Biomassenutzung an der aus erneuerbaren Quellen stammenden Energie in Deutschland für die Strom-, Wärme- und Biokraftstofferzeugung sowie die stoffliche Nutzung beträgt gegenwärtig über 50 Prozent. Mit geschätzten 2,65 Millionen Hektar wurden im Jahr 2017 auf zirka 15 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche nachwachsende Rohstoffe (NAWARO) angebaut. Beim NAWARO-Anbau beanspruchten 2017 Energiepflanzen für Biogasanlagen mit über 50 Prozent die größte Fläche. Auf rund zwei Dritteln dieser Fläche wurde Mais angebaut. Der einseitige und intensive Anbau von Energiepflanzen steht regelmäßig in der Kritik: Monokulturen, hoher Dünger- und Pestizideinsatz verschärfen regional die Folgen von allgemeinen Intensivierungstrends der Landwirtschaft und führen zu einem Verlust an biologischer Vielfalt und Landschaftsstrukturen.

Umwelt- und Naturschutz, Biogasbranche und Wissenschaft diskutieren, ob sich Vorteile für die Biodiversität erzielen lassen, wenn beim Anbau von Energiepflanzen anstelle von Mais alternative Substrate verwendet werden. Debattiert wird auch über die Frage der Wirtschaftlichkeit von aus ökologischer Sicht potenziell interessanten Optionen, wie beispielsweise Blühpflanzenmischungen.

K19 – Naturschutz in der Energiewende

In dem 230 Seiten starken Kompendium K19 – Naturschutz in der Energiewende finden sich unter anderem ein gemeinsamer Beitrag von drei großen deutschen Umweltverbänden, aufschlussreiche Beiträge zur Solarforschung, zu den Meeresströmungsenergien und Herausforderungen in der Energiewende in Japan und Berichte aus der Arbeit des KNE. Sie finden das KNE-Jahrbuch K19 auch im Download-Bereich. Für Nachfragen und Interviews stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung:

Für Nachfragen und Interviews stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung:
Anke Ortmann
pressenaturschutz-energiewende.de
030 7673738-12.